Aktualisiert 01.07.2014 12:40

Hublot

Ein Schweizer ist sicher im WM-Final

Auch wenn unsere Nati gegen Argentinien ausscheiden sollte - ein Schweizer ist sicher im Final dabei: die Luxusuhrenmarke Hublot. Für sie ist Fussball eine gigantische Werbeplattform.

von
S. Spaeth

Früher war die Schiedsrichtertafel einfach eine elektronische Anzeige: Rechteckig und aus schwarzem Plastik. Bei dieser WM ist die Tafel hingegen eine Uhr - eine Schweizer Uhr: Rund, aus Karbon gefertigt, in Metall-Optik. Kommt beispielsweise Blerim Dzemaili für Xherdan Shaqiri ins Spiel, hält der Schiedsrichterassistent während rund 20 Sekunden die überdimensionierte Hublot-Uhr in die Höhe. Gezeigt wird die Szene auf x-Millionen von TV-Bildschirmen weltweit, bei jedem WM-Spiel, an jedem WM-Spieltag.

Partner des Weltfussballverbands Fifa ist die Schweizer Luxusuhrenmarke Hublot seit 2010. Ihr Gründer und heutiger Verwaltungsratspräsident, Jean-Claude Biver fragte sich: Wo ist noch keine Luxusmarke präsent? Und kam auf jene Sportart, die derzeit Millionen von Menschen bewegt. «Im Tennis, Golf oder Reiten wären wir einfach eine zusätzliche Marke gewesen», sagt Biver zu 20 Minuten. Er wolle aber immer der Erste und Einzige sein.

«Der Fussball gehört der Marke Hublot»

Weil sich Biver sicher war, dass die Konkurrenten die Sportart auch bald für sich entdecken würden, versuchte der 64-Jährige den Fussball exklusiv für Hublot zu blockieren. Der Vertrag mit der Fifa läuft bis 2022, jener mit der Uefa bis 2016. Zudem ist die Luxusuhrenmarke Partner vom FC Bayern und hat WM-Schiedsrichter Howard Webb, Trainer José Mourinho oder die Legenden Pélé und Maradona unter Vertrag. «Der Fussball gehört jetzt der Marke Hublot», sagt Biver.

Von den Hublot-Anzeigetafeln stellte die Firma in Nyon 50 Stück her. Gefertigt sind sie aus Karbon. Der Grund: Ansonsten hätte man das in einem Fifa-Reglement festgeschriebene Maximalgewicht für die Anzeigetafeln von 3,3 Kilogramm überschritten.

Gigantische Werbewirkung

Doch was macht die Fussball-WM so attraktiv für Hublot? «Fussball ist eine Religion und eine Sprache, die jeder versteht», sagt Biver. Die Präsenz der Marke an der Fussball-WM bei den Auswechslungen und bei der Bekanntgabe der Nachspielzeit bringt laut Biver einen riesigen Werbeeffekt. «Unsere Anzeigetafel wird während der gesamten Fussball-WM 40 Milliarden Mal 20 bis 30 Sekunden gesehen», schätzt der 64-Jährige. Die Fussball-WM ist laut der Fifa das Sportereignis mit der weltweit höchsten Zuschauerzahl. 715 Millionen Menschen sahen beispielsweise das Endspiel der WM 2006 in Deutschland.

Ein Produkt für die Masse ist Hublot aber nicht: Nur 40'000 Stück stellt die Firma jährlich her, zu einem durchschnittlichen Verkaufspreis von 25'000 Franken. Passt Luxus zu Fussball? Bei Weltmeisterschaften oder Clubs wie Bayern und Barcelona sei sehr viel Geld im Spiel, sagt Biver. Dass Hublot sich im absoluten Spitzenfussball engagiert, findet Sponsoring-Experte Hans-Willy Brockes passend: «Die Hublot-Zielgruppe ist nicht das allgemeine Publikum, sondern die VIP-Tribüne und die Fussballprofis selbst.»

Was der Deal mit der Fifa kostet, will Hublot nicht verraten. Es dürften um die 20 Millionen pro Jahr sein - wie Branchenkenner vermuten und wäre im Vergleich zur Formel 1 günstig. Biver sagt nur: «Der Vertrag ist für uns sehr rentabel. Man muss sehen, was man gibt, und was zurückkommt.» Sponsoring-Experte Brockes lobt zudem die Hublot-Anzeigetafel in Uhrenform: «Hublot hat damit ein neuartiges Werbemedium geschaffen.»

Natürlich hat Biver den Zehnjahresvertrag mit Fifa-Chef Sepp Blatter persönlich verhandelt. Die beiden Alphatiere kennen sich von ihrer Zeit bei der Swatch Group. Blatter war einst Topmanager bei der Uhrenmarke Longines, Biver bei Omega.

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