Zittern in der Bundesliga: Ein Schweizer steigt wohl ab, einer dafür auf
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Zittern in der BundesligaEin Schweizer steigt wohl ab, einer dafür auf

Während das Meisterrennen gelaufen sein dürfte, herrscht im Bundesliga-Abstiegskampf Hochspannung. Involviert sind auch fünf Schweizer Söldner.

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Diego Benaglio, Pirmin Schwegler, Philipp Degen, Lucien Favre: Für ihre Teams wird es eng im Bundesliga-Abstiegskampf. (Bild: Keystone)

Diego Benaglio, Pirmin Schwegler, Philipp Degen, Lucien Favre: Für ihre Teams wird es eng im Bundesliga-Abstiegskampf. (Bild: Keystone)

Vier Spieltage vor dem Saisonende bangen noch acht Bundesliga-Klubs um den Klassenerhalt. Von Werder Bremen auf Rang 11 bis Borussia Mönchengladbach auf Platz 18 muss gezittert werden. Mittendrin auch die Schweizer Lucien Favre (Gladbach), Diego Benaglio und Marwin Hitz (Wolfsburg), Pirmin Schwegler (Frankfurt) und Philipp Degen (Stuttgart).

Gladbach unter Favre zu unkonstant

Die schlechteste Ausgangslage hat Lucien Favre mit Gladbach. Mit 26 Punkten liegt das Team des Romands sieben Zähler hinter dem letzten Nicht-Abstiegsplatz, drei Punkte fehlen dem Tabellenletzten auf Relegationsrang 16. Unter dem Schweizer Trainer, der seit der Entlassung von Michael Frontzeck die Geschicke der «Fohlen» leitet, gehts mit Gladbach zwar spielerisch bergauf, doch es fehlt die Konstanz und noch immer eine Leaderfigur auf dem Platz.

Grandiosen Siegen wie gegen Schalke (2:1), Hoffenheim (2:0) und Köln (5:1) stehen ärgerliche Pleiten wie gegen Wolfsburg (1:2), Kaiserslautern (0:1) und am Freitag gegen Mainz (0:1) gegenüber. Nur dank der ebenfalls schwächelnden Konkurrenz ist der fünfmalige Deutsche Meister noch nicht abgestiegen. Auf die 40 Punkte, die seit der Einführung der Drei-Punkte-Regel immer für den Klassenerhalt reichten, kann Gladbach nicht mehr kommen. Wenn die Favre-Elf gegen Dortmund, Hannover, Freiburg und Hamburg aber regelmässig punktet, könnte der dritte Abstieg im neuen Jahrtausend doch noch verhindert werden.

Keine Wolfsburger Wende unter Magath

Etwas überraschend herrscht auch beim VfL Wolfsburg akute Abstiegsgefahr. Der Meister von 2009, bei dem Diego Benaglio das Tor hütet und Marwin Hitz dessen Stellvertreter ist, kommt nicht vom Fleck. Die «Wölfe» spielten eine katastrophale Hinrunde und auch mit der Rückkehr von Meistertrainer Felix Magath ist keine Besserung in Sicht. Aus den vier Spielen seit «Quälix'» Comeback resultierten nur gerade zwei Punkte.

Derzeit liegt Wolfsburg punktgleich mit St. Pauli auf dem Relegationsrang. Gegen die ebenfalls abstiegsgefährdeten Köln, Bremen und Kaiserslautern müssen Punkte her, sonst droht beim letzten Saisonspiel in Hoffenheim der VW-Werkself der erste, grosse Rückschlag seit dem Aufstieg 1997. Felix Magath würde im Falle eines Abstiegs übrigens in Wolfsburg bleiben, Diego Benaglio wohl eher nicht.

Frankfurts fatale Rückrunde

Immer tiefer rutschte die Frankfurter Eintracht ab. In der Winterpause lag das Team von Pirmin Schwegler mit 26 Punkten noch auf Rang 7, seither ist der Faden vollkommen gerissen. Nur noch sieben Zähler holten die Frankfurter in der Rückrunde. Auf Michael Skibbe folgte Christoph Daum. Doch auch der vermeintliche «Retter» scheint das Ruder nicht mehr herumreissen zu können - nur zwei Punkte aus drei Spielen holte der Bundesliga-Rückkehrer mit der Eintracht.

Und auf Schwegler, Daum & Co. wartet ein schwierigen Restprogramm: Am Samstag gehts gegen die Bayern und nach Spielen in Mainz und gegen Köln muss Frankfurt zur Derniere nach Dortmund reisen. Um entspannt der Meisterfeier zusehen zu können, wären die Frankfurter gut beraten, schon vorher den Kopf aus der Abstiegs-Schlinge zu ziehen.

Stuttgart mit einem kleinen Polster

Etwas Luft hat sich hingegen der VfB Stuttgart verschafft. Noch ist das Team von Philipp Degen, der in diesem Jahr wegen grossem Verletzungspech noch nicht zum Einsatz gekommen ist, aber nicht gerettet. In den letzten sieben kassierten die Schwaben aber nur noch eine Niederlage und schafften so den Sprung über den Strich. Das Polster auf den Relegationsrang beträgt aber nur vier Punkte.

Ob der VfB nun absteigt oder nicht, Philipp Degen wird wohl nicht mehr für das Team von Bruno Labbadia spielen. Er ist von Liverpool nur ausgeliehen. Bei den «Reds» hat er noch einen Vertrag bis im Juni 2012. Beim englischen (Noch-)Rekordmeister ist der Aussenverteidiger aber nicht mehr erwünscht. Wohin es Degen im Sommer verschlägt, steht noch in den Sternen.

Lustenberger mit Hertha schon fast durch

Mindestens ein Klub mit einem Schweizer im Kader muss bei einem Relegations- und zwei Abstiegsplätzen den schweren Gang in die zweite Liga wohl antreten. Für «Nachschub» scheint aber bereits gesorgt. Fabian Lustenberger ist mit Hertha BSC Berlin drauf und dran, den direkten Wiederaufstieg zu schaffen. Vier Spieltage vor Saisonschluss haben die Berliner, bei denen auch Ex-FCZ-Stürmer Raffael spielt, 10 Punkte Vorsprung auf den Drittplatzierten VfL Bochum.

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