Verwirrung in Monaco: Ein Schweizer Weltrekord mit absurdem Dreh
Aktualisiert

Verwirrung in MonacoEin Schweizer Weltrekord mit absurdem Dreh

Julien Wanders ist Weltrekordhalter. Dabei war schon mal einer schneller.

von
mos
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Julien Wanders hat es geschafft: Er unterbietet beim 10-km-Strassenlauf in Valencia seinen Europarekord und läuft nach 27:12 Minuten im Ziel ein.

Julien Wanders hat es geschafft: Er unterbietet beim 10-km-Strassenlauf in Valencia seinen Europarekord und läuft nach 27:12 Minuten im Ziel ein.

Screenshot: 10kValencia/Twitter
Er ist erst 23 Jahre alt und auch bereits in die Weltspitze der Langstreckenläufer vorgedrungen: Wanders wurde am 17. Februar 2019 Weltrekordhalter über 5000 Meter auf der Strasse. Es war der erste offizielle Weltrekord über 5000 Meter, da dieser erst seit 2019 geführt wird. Zeiten in den Jahren vorher wurden nicht gezählt. Am 19. November 2019 wurde Wanders Rekord vom Kenianer Robert Keter unterboten.

Er ist erst 23 Jahre alt und auch bereits in die Weltspitze der Langstreckenläufer vorgedrungen: Wanders wurde am 17. Februar 2019 Weltrekordhalter über 5000 Meter auf der Strasse. Es war der erste offizielle Weltrekord über 5000 Meter, da dieser erst seit 2019 geführt wird. Zeiten in den Jahren vorher wurden nicht gezählt. Am 19. November 2019 wurde Wanders Rekord vom Kenianer Robert Keter unterboten.

Keystone/Martial Trezzini
Die meiste Zeit trainiert Wanders in Kenia. In seiner Trainingsgruppe nennen ihn seine Kollegen schon seit einiger Zeit «King Julien».

Die meiste Zeit trainiert Wanders in Kenia. In seiner Trainingsgruppe nennen ihn seine Kollegen schon seit einiger Zeit «King Julien».

Der Speaker im Ziel im Hafen von Monte Carlo war sich seiner Sache offenbar nicht sicher: Mehrmals verkündete er über Lautsprecher, Julien Wanders habe den Weltrekord in 13:29 Minuten um eine Sekunde verpasst - um hernach bekannt zu geben: Doch, diese Leistung über 5 Kilometer auf der Strasse sei ein Weltrekord.

Unverständlich war seine Konfusion nicht. Denn im Vorfeld des Rennens, das Wanders als «Bonus» nach seinem Europarekord im Halbmarathon bezeichnete, war lange unklar gewesen, welche Zeit tatsächlich Weltrekord bedeutet. Der internationale Leichtathletikverband IAAF hat sich erst kürzlich dazu entschieden, auch für die fünf Kilometer auf der Strasse einen Weltrekord zu anerkennen.

Der Verband legt die zu unterbietende Zeit fest

Ausgegangen war man ursprünglich davon, dass eine Zeit unter 13:42 für den ersten Weltrekord in dieser neuen Kategorie reichen würde. Wanders wurde unter der Woche jedoch mitgeteilt, man habe sich nun auf 13:30 festgelegt.

Noch merkwürdiger: Der Europäische Verband führt die Marke seit längerem, Europarekordhalter ist derzeit der Ire Alistair Cragg, der 2012 in Carlsbad (USA) 13:26 für die 5 km brauchte. Und so hat die IAAF nun die absurd anmutende Situation geschaffen, dass der Weltrekordläufer langsamer war als der Halter des Europarekords.

Ein Anwärter auf den Thron

Wanders wird dies egal sein – er ist in einem Rennen, das er bis Kilometer drei mit einem Pacemaker und danach alleine von der Spitze aus lief, erneut eine hervorragende Zeit gelaufen. Und wird einem dafür noch ein Weltrekordeintrag geschenkt, ist das umso schöner.

Wanders entspricht damit immer mehr dem Spitznamen, den er von seinen Trainingskollegen erhalten hat. In Kenia, wo Wanders seine Trainings absolviert, nennen ihn die anderen Mitglieder seines Laufteams schin seit einiger Zeit «König». Und tatsächlich gilt der Genfer als Anwärter auf den Thron der Langstreckenläufer. Schliesslich wird er im März erst 23 Jahre alt.

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