Stephen Gately von Boyzone ist tot: Ein schwuler Mädchenschwarm
Aktualisiert

Stephen Gately von Boyzone ist totEin schwuler Mädchenschwarm

Stephen Gately war in den 90er Jahren der «Kleinste» in der irischen Jungs-Band Boyzone. Die Gruppe - 1993 mittels einer Zeitungsannonce gegründet - gehörte zu der Boygroup-Welle, die nach den damaligen Erfolgen von Take That entstand. Gately ist auf Mallorca gestorben.

Die fünf Bandmitglieder Ronan Keating, Mikey Graham, Keith Duffy, Shane Lynch und Stephen Gately verkauften in den 90ern mehr als zehn Millionen Tonträger. Zu den grössten Hits zählten «Words» und «No Matter What». Im Jahr 2000 trennte sich die Band im Streit, nach ein paar Jahren kam es jedoch zur Wiedervereinigung.

Typisch für Boyzone-Auftritte in den 90ern: synchrone Popgymnastik und fliegende Kostümwechsel. Was in dieser Welt der kreischenden Mädchen so gar nicht zu passen schien, ereignete sich dann im Sommer 1999. Der 1976 in Dublin geborene Stephen Gately, damals 23, sagte in einem Interview: «Ich bin schwul und verliebt.»

Er fügte hinzu: «Dies ist der schwerste Schritt, den ich je tun musste. Ich weiss, dass diese Nachricht bei vielen unserer Fans wie eine Bombe einschlagen könnte. Ich hoffe, dass sie mich verstehen.»

Erpressung abgewendet

In einer Communiqué fügte die Band hinzu, mit seinem Outing wolle der Sänger der Drohung eines ehemaligen Mitarbeiters zuvorkommen, Details über Gatelys Privatleben an die Medien zu geben.

Gately bekannte später, das Outing habe ihn befreit und zu einem «anderen Menschen» gemacht. Anders als oft behauptet, hätten nicht etwa seine Manager ihn dazu gedrängt, sich als Hetero auszugeben. Er habe vielmehr Angst gehabt, weibliche Fans zu verlieren.

In den Ferien gestorben

Als er mit 17 zu Boyzone kam, habe er das als Riesenchance begriffen. Da habe er sich nicht die Karriere versauen wollen mit einem «Ach übrigens, was Sie noch wissen sollten...»

Zwischenzeitlich war Gately mit Eloy de Jong liiert, einst ebenfalls Mitglied einer Boyband, Caught In The Act aus Holland. 2006 heiratete er seinen Mann Andrew Cowles.

Sie waren zusammen in Ferien auf Mallorca als Gately, der in den vergangenen Jahren unter anderem als Musical-Star Erfolge feierte, am Samstag starb (20 Minuten Online berichtete).

Nach Angaben der spanischen Polizei starb Gately am Samstag seinem Haus in Port Andratx - er wurde um 13.45 Uhr für tot erklärt. Eine Autopsie soll die genaue Todesursache klären. «Im Moment ist noch unklar, wie er starb», sagte ein Polizeisprecher am Sonntag: «Es gibt keine Anzeichen auf verdächtige Umstände.»

Gately hatte nach Angaben auf seiner Internetseite in Clubs gefeiert und Alkohol getrunken. Nach der Party-Tour sei er in sein Haus zurückgekehrt und am Samstagmorgen nicht mehr aufgewacht.

Bestürzung in Irland

Die Popmusikwelt reagierte geschockt auf die Todesnachricht. Band- Kollege Ronan Keating ist nach Angaben seines Sprechers «total am Boden zerstört». Elton John sagte, er sei fassungslos über die Tragödie. «Stephen war die liebenswürdigste, freundlichste Seele.»

Irlands früherer Regierungschef Bertie Ahern nannte Gatelys Tod eine «riesige Tragödie». «Er war 33 Jahre alt, 15 Jahre an der Spitze, ein wunderbarer Musiker.»

Die vier übrigen Mitglieder der Band wollten noch am Sonntag nach Mallorca fliegen, um sich dort ein Bild zu machen. «Wir sind am Boden zerstört», sagte Band-Manager Louis Walsh dem Boulevardblatt «News of the World». «Ich bin völlig geschockt.» Noch am Montag sei er mit Gately auf einer Preisverleihung gewesen. (sda)

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