Aktualisiert 13.02.2009 12:45

Pressefoto des JahresEin Sinnbild für die Krise

Das Bild einer zwangsgeräumten Wohnung in den USA ist zum Pressefoto des Jahres gewählt worden. Es zeigt einen Polizisten, der in der mit Trümmern übersäten Wohnung überprüft, ob sie tatsächlich von allen Bewohnern verlassen wurde.

«Die Stärke des Fotos liegt in seinen Gegensätzen», würdigte die Jury-Vorsitzende Mary Anne Golon die Aufnahme. «Jetzt zieht der Krieg im klassischen Sinne in die Häuser der Menschen ein, weil sie ihre Hypotheken nicht bezahlen können.» Menschen rund um den Globus könnten sich mit dem Schicksal der ausgewiesenen Familie identifizieren, erklärten die Preisrichter.

20 Kategorien

In insgesamt 20 Kategorien wurden am Freitag die besten Pressefotos gekürt und in Amsterdam vorgestellt. Preisträger sind 64 Fotografen aus 27 Ländern. Eingereicht worden waren mehr als 96 000 Beiträge von 5600 Fotografen aus 124 Ländern.

Für sein Bild einer Frau mit nacktem Kind auf dem Arm, die sich in Manaus gegen die Vertreibung aus ihrem Haus wehrt und sich den gut ausgerüsteten Sicherheitskräften in den Weg stellt, erhielt der Brasilianer Luiz Vasconcelos den Preis für das beste Bild in der allgemeinen Kategorie «Nachrichten». Das beste Foto in der Rubrik «Aktuelle Ereignisse in den Nachrichten» kommt aus China: Chen Quinggang fotografierte Rettungskräfte, die einen Überlebenden des Erdbebens von Beichuan bergen.

Mit der Aufnahme eines müden Barack Obama, der im Bus eine Zeitung liest, während sich Ehefrau Michelle an seiner Schulter ausruht, setzte sich Callie Shell bei «Menschen in den Nachrichten» durch. Das Foto aus dem US-Wahlkampf erschien ebenfalls in der Zeitschrift «Time».

Die Nachrichtenagentur Associated Press wurde mit einem Preis für ein Bild aus dem Nahost-Konflikt ausgezeichnet. Das Foto von Kevin Frayer aus Kanada zeigt palästinensische Demonstranten, die sich vor israelischem Tränengas in Sicherheit bringen. Die Agenturen Agence France-Presse und Reuters gewannen je drei Preise. (dapd)

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