Sensation gegen Real - Ein Skandal-Luxemburger schiesst Sheriff Tiraspol zum Sieg in Madrid
Publiziert

Sensation gegen RealEin Skandal-Luxemburger schiesst Sheriff Tiraspol zum Sieg in Madrid

Der moldawische Meister gewinnt das zweite Spiel in der Champions League. Am Dienstag musste auch das grosse Real Madrid dranglauben.

Thill trifft kurz vor Schluss zum 2:1 gegen Real.

SRF

Darum gehts

  • Sheriff Tiraspol überrascht in der Champions League auch Real Madrid.

  • Sebastien Thill besiegt die Königlichen mit seinem Traumtor in der 90. Minute.

  • Der Luxemburger sorgte in seiner Heimat neben dem Platz für Furore.

Luxemburgische Fussball-Profis? Von denen hört man nicht viel, ausser sie spielen in der Schweiz, wie einst Jeff Strasser. Er war es auch, der die Nati mit einem Treffer und einem Assist beim 2:1-Sensationssieg in der Quali für die WM 2010 in Südafrika abschoss. Und nun macht der Name Sebastien Thill die Runde. Dieser 27-jährige No-Name erledigte mit seinem Traumtor in der 90. Minute das grosse Real Madrid.

Thill hat in seiner Heimat Luxemburg bisher eher mit Negativschlagzeilen für Furore gesorgt. So wurde er wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand und Fahrerflucht zu einer Geldstrafe und einem 42-monatigen Fahrverbot verurteilt. Und nun diese Aktion, die seinem moldawischen Club Sheriff Tiraspol, an den er nur ausgeliehen ist, den grössten Erfolg in seiner Europacup-Geschichte einbrachte.

Ein Blick auf die linke Wade Thills zeigt, dass der Luxemburger von so einem Moment schon länger träumte. Er hat sich ein Tattoo stechen lassen, das ihn in jungen Jahren zeigt. Der Spieler mit der Rückennummer 31 träumt vom Champions-League-Pokal. Bis zum Sieg der Königsklasse ist es noch ein langer Weg, aber immerhin kennt die Fussball-Welt nun bereits seinen Namen.

Sebastien Thill hat auf seiner linken Wade ein Tattoo, das ihn selber zeigt, wie er von der Champions League träumt. 

Sebastien Thill hat auf seiner linken Wade ein Tattoo, das ihn selber zeigt, wie er von der Champions League träumt.

Getty Images

Sheriff führt die Tabelle an

Der Sieg Tiraspols ist eine Sensation. «WOW», kommentierte sogar die Uefa den 2:1-Erfolg des krassen Aussenseiters gegen gedemütigte und blamierte «Königliche». «Sheriff beendet die Flitterwochen von Ancelottis Mannschaft, die erst schläft und dann ziellos ist», kommentierte die spanische Sportzeitung «As», der Chefredakteur meinte: «Totaler Schock im Bernabéu. Unerklärlich.»

Tiraspol habe Real «ins Verlies» gesperrt, befand «Marca»: «Sheriff hat das Bernabéu als Gruppenerster verlassen, als es seinen illustren Gegner mit zwei Toren erledigt hatte. Ohne Mitleid für Madrid.» Das «Tageblatt» aus der Heimat des Matchwinners schrieb: «Der Luxemburger Fussballprofi Sebastien Thill hat am Dienstagabend wohl eines der wichtigsten Tore seiner Karriere geschossen.»

Traurig seien sie, sagte Real-Coach Carlo Ancelotti. Sie hätten mit Intensität gespielt, aber wegen kleiner Details verloren, befand der 62-jährige Italiener, der seit Juli zum zweiten Mal die Verantwortung bei Real hat, nun aber nach zwei Spielen in der Champions League mit drei Punkten in der Gruppe D nur Zweiter ist. Bezwinger Tiraspol führt mit sechs Zählern, Inter Mailand und Schachtjor Donezk kommen jeweils auf nur einen Punkt. Gegen die Mannschaft aus der Ukraine hatte Debütant Tiraspol zum Auftakt 2:0 gewonnen gehabt.

Gegen Madrid kamen sie nun der K.o.-Runde einen weiteren Schritt näher. «Ich sage meinen Leuten ständig: Wir sind schon in der Champions League, ihr habt doch nichts zu verlieren, sondern könnt euch auf der grössten Bühne präsentieren», hatte Trainer Jurij Wernydub dem «Kicker» (Montag) vor der Partie gesagt. Zwei Jahre nach seinem erstmaligen Besuch der Kultstätte in Madrid als Zuschauer verliess er das Bernabéu um eine unvergessliche Trainer-Erfahrung reicher und mit drei Punkten mehr in der Bilanz.

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

(hua/dpa)

Deine Meinung

1 Kommentar