Jean-Pierre Roy: Ein Ski-Exot mit einer wichtigen Botschaft
Aktualisiert

Jean-Pierre RoyEin Ski-Exot mit einer wichtigen Botschaft

Haiti ist mit einem Zwei-Mann-Team an der Ski-WM in Schladming dabei. Die Fahrer bestreiten die Riesenslalom-Qualifkation und träumen von Olympia 2014 in Sotschi.

von
Marcel Allemann
Schladming

Die heimlichen Stars dieser WM sind die Exoten. Für diese gilt es ab Donnerstag ernst, wenn die Qualifikation zum Riesenslalom ansteht. Zum zweiten Mal mit dabei ist Haiti. Jean-Pierre Roy wurde 2011 in Garmisch ruhmvoll Letzter. Inzwischen hat sich das WM-Team des Karibik-Staates verdoppelt, zu IT-Spezialist Roy (49) ist Ambulanz-Fahrer Benoît Etoc (32) dazugekommen. «Dieser ist jünger und schneller», sagt Coach und Delegationsleiter Thierry Montillet.

Roy ist 1965 mit seiner Familie aus Haiti per Schiff geflüchtet und in Frankreich gestrandet. Dort lebt auch der in Haiti geborene Etoc, der als Kleinkind von französischen Eltern adoptiert wurde. Den Bezug zu ihrer Heimat haben die beiden aber nie verloren. «Haiti hat schwierige Jahre hinter sich. Wir wollen, erreichen, dass man unser Land nicht vergisst und darüber spricht», ist die wichtige Botschaft von Roy, der nicht nur Fahrer, sondern zugleich auch noch Skiverbandspräsident ist. Und Etoc betont: «Ich bin stolz, hier sein zu können und Haiti repräsentieren zu dürfen. Nur zu gerne würde ich meinem Land etwas zurückgeben.»

Eigene Landes-Meisterschaft

Roy organisiert mittlerweile jährlich auch eine haitianische Ski-Meisterschaft. Als Stargast hofft man, beim nächsten Mal Didier Cuche präsentieren zu können, zu dem ein netter Kontakt entstanden ist. 2014 will Haiti zudem erstmals mit drei Sportlern an Olympischen Winterspielen teilnehmen. Etoc soll Skirennen bestreiten, dazu rechnet man mit Jean-Pierre Roys Neffen Yannis als Snowboarder und dem in Kanada domizilierten Eiskunstläufer Maxime-Billy Fortin.

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