17.03.2016 16:25

Mädchen-Foto

«Ein solches Echo hätte ich nie erwartet»

Eine Genferin schoss spontan und zufällig ein Bild ihrer Töchter. Nun streitet das Internet über die Anzahl Mädchen auf dem Foto. Die Fotografin ist baff.

von
Joëlle Charrey
Die Internetgemeinde streitet sich darüber, wie viele Mädchen auf diesem Bild zu sehen sind. Die Fotografin ist auch die Mutter der abgebildeten Kinder und versteht das ganze Theater nicht.

Die Internetgemeinde streitet sich darüber, wie viele Mädchen auf diesem Bild zu sehen sind. Die Fotografin ist auch die Mutter der abgebildeten Kinder und versteht das ganze Theater nicht.

Tiziana Vergari/Instagram

Wie viele Mädchen sind auf diesem Bild zu sehen? Diese Frage beschäftigt derzeit Tausende Social-Media-Nutzer. Das Foto mit den Teenagern vor dem Spiegel stammt von der Genferin Tiziana Vergari.

Sie stellte es letzte Woche auf Instagram und forderte dazu auf, das Thema der Identität zu feiern. «Gleich, aber anders», schrieb sie in die Bildlegende. Seither diskutiert die Internetgemeinschaft unablässig über die Anzahl Mädchen im Bild.

Zwillinge oder Drillinge?

«Ein solches Echo hätte ich niemals erwartet. Die Anfragen von Medien, ob sie mein Bild benutzen dürfen, hören nicht mehr auf», sagt Vergari zu 20minutes.ch. Das Foto wurde bereits über 13'000-mal angeklickt und fast 700-mal kommentiert. Und die Debatte tobt. Einige sind sich sicher, dass es zwei Mädchen im Bild sind, andere sehen vier, gewisse sogar 13.

Die Nutzer streiten sich auch darüber, ob das Foto vielleicht Zwillinge oder Drillinge zeigt. «Das erste und das vierte Mädchen ist nicht dasselbe. Seht doch, wie ihre Gesichter anders aussehen», schreibt jemand auf Instagram.

«Es sind eindeutig vier. Schaut doch die Spiegelungen an. Wenn man die Gesichter der Mädchen betrachtet, zeigen die Reflexionen ihre Hinterköpfe. Wenn man die Hinterköpfe der Mädchen anschaut, sieht man im Spiegel ihre Gesichter. Die Mädchen gleichen sich, das ist alles», ist eine andere Nutzerin überzeugt.

Identität einer Person bis ins Unendliche reflektieren

Tiziana Vergari, die sich auf Smartphone-Fotografie spezialisiert hat und seit vielen Jahren im Wallis lebt, ist noch immer baff ob der Furore, die ihr Foto ausgelöst hat. Vor allem, weil ihr die Idee dazu völlig spontan und zufällig gekommen sei.

«Ich war mit meinen Töchtern in einem Kleiderladen in Conthey VS. Sie hatten die Idee, sich gleich anzuziehen.» In der Umkleidekabine habe sie ihre Kinder dann vor dem Spiegel sitzen sehen und das Foto gemacht. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Künstlerin keine Ahnung, dass sich das Internet später über die Anzahl Mädchen im Bild streiten würde. «Ich hatte nie die Absicht, eine Debatte auszulösen», so Vergari.

Für sie sei es offensichtlich, dass nur ihre zwei Töchter im Bild zu sehen seien. «Meine Idee war es nur, das Thema Identität anzusprechen. Ich wollte damit zeigen, dass sich die Identität einer Person bis ins Unendliche reflektieren kann.»

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