Aktualisiert 20.08.2013 16:36

FC BaselEin Spiel um 20 Millionen Euro

Der FC Basel steht gegen Ludogorez vor einer wegweisenden Partie. Es geht im Playoff-Hinspiel zur Champions League um eine gute Ausgangslage fürs Rückspiel.

von
Eva Tedesco
Sofia

Der FC Basel spielt am Mittwoch in Sofia gegen Ludogorez Rasgrad um den Einzug in die Champions League. Yann Sommer nimmt den weitgehend unbekannten Gegner sehr ernst. (Video: 20 Minuten)

Am Dienstagmorgen startete der gesamte FCB-Tross mit Flug HK 1983 der Hamburg Airways gegen Osten und ins Abenteuer Champions-League-Playoff. Einzig Captain Marco Streller fehlte, der wegen seiner Wadenverletzung (Muskelfaserriss) in Basel blieb. Nach einem engen 3:3 gegen Maccabi Tel Aviv in der CL-Qualifikation und der ersten Niederlage in der Meisterschaft gegen den FCZ (1:2) muss sich Trainer Murat Yakin aber wohl mehr Gedanken um das eigene Team machen als über den Gegner. Der FCB hat in den letzten Wochen keinen meisterlichen Eindruck hinterlassen und neben dem Platz mehr von sich zu reden gegeben (Raser-Geschichte um Bobadilla inklusive seinen Abgang zu Augsburg) als auf dem Spielfeld.

«Es braucht zwei Klassespiele von uns. Aber wir spielen auswärts und müssen auch resultatorientiert spielen», so Yakin. «Es wird sicher nicht einfach gegen den bulgarischen Meister, schliesslich hat er Partisan Belgrad eliminiert, aber wir haben unsere Chance und wollen diese nutzen.»

Sehnsucht nach dem Reich der Sterne

Der FCB muss dafür aber vieles ganz schnell ganz viel besser machen. Sonst ist das erste Saisonziel – der Einzug in die Champions-League-Gruppenphase – arg in Gefahr. Es wäre für Rotblau nach den Jahren 2002, 2008, 2010 und 2011 die fünfte Teilnahme an der Königsklasse. In den Aussagen der Spieler ist die Sehnsucht nach dem Reich der Sterne herauszuhören. Ist den Profis aber auch bewusst, dass sie mehr machen müssen, als sie bisher in der aktuellen Spielzeit gezeigt haben? Den Beweis kann Rotblau am Mittwoch in Sofia gegen den bulgarischen Meister Ludogorez Rasgrad erbringen.

«Es stimmt, dass wir bisher noch nicht in Champions-League-Form waren. Aber jetzt geht es genau um die Champions League. Genau das sind die Spiele, die wichtig sind. Wir wissen, dass es noch zweimal 90 Minuten geht und wir zweimal über je 90 Minuten eine gute Leistung bringen müssen, sonst reicht es nicht für die Champions League. Aber ich glaube, dass wissen auch alle. Es ist für alle ein Riesenziel und deshalb nehmen wir diese beiden Spiele sehr ernst. Wir wissen, dass wir auf die kleinen Details – oder grossen Details – die gegen den FCZ gefehlt haben, korrigieren müssen», sagt Yann Sommer.

Sommer nimmt den Gegner sehr ernst

FCB-Goalie Yann Sommer, der nach der Niederlage gegen den FCZ ziemlich angefressen war, erinnert an das Aus in der Champions League vor einem Jahr gegen die Rumänen aus Cluj. «Das sind schwierige Gegner, sie haben viel Geld und gute Spieler und da müssen wir sehr aufmerksam sein. Wir müssen clever sein und dürfen nicht alles nur nach vorne werfen. Man muss versuchen, auswärts zu Null zu spielen und selber ein Tor zu erzielen. Diese Vorgaben sind immer gleich, wenn wir uns für das Rückspiel eine gute Ausgangslage schaffen wollen. Ich bin auch gespannt, wie diese Mannschaft auftreten wird. Sie spielt auch nicht im eigenen Stadion – das kann ein kleiner Vorteil sein. Aber wir müssen sie sehr, sehr ernst nehmen.»

Und eben: Vieles ganz schnell ganz viel besser machen. Das bislang einzige Duell mit einem Gegner aus Bulgarien datiert aus der Saison 2009/10. In der Gruppenphase der Europa League traf der FCB auf CSKA Sofia und entschied Hin- und Rückspiel für sich. Am 5. November 2009 siegte Rotblau zu Hause 3:1 und gewann rund zwei Wochen später durch zwei Freitore im Wassil-Lewski-Nationalstadion 2:0. Apropos: Wie damals und auch heute hiess der darauffolgende Gegner in der Meisterschaft FC Luzern.

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