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«Die Rückkehr der Schatten»Ein starkes Stück: Nazialarm in Mexiko

1941: Der Faschismus versucht in Mexiko Fuss zu fassen. Bei einem Fussballspiel im Stadion von Mexiko-Stadt treffen sich Nazis und spanische Falangisten.

Die Geliebte eines hohen mexikanischen Politikers ist eine deutsche Spionin. Ganz im Süden Mexikos, in Chiapas, lassen deutsche Kaffeebarone die widerspenstigen Indianer massakrieren. Während dort ein geheimnisvoller Rächer seinerseits Jagd auf die Nazis macht, versuchen der Journalist Manterola und ein Geheimpolizist, genannt «der Dichter», dem unseligen Treiben in der Hauptstadt Einhalt zu gebieten.

Dieser Roman spielt auf mehreren Ebenen, die sich zu einem grandiosen Gesamtbild fügen. Der Autor erzählt eine Vielzahl toller Geschichten und spielt mit den Grenzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit. So taucht im Roman plötzlich der betrunkene Ernest Hemingway in Mexiko-Stadt auf. Doch die antifaschistischen Emigranten, verräterischen Politiker, Silberschmuggler, verrückten Hellseher, die kleinen, dicken Fieslinge oder die tragischen Helden wie «der Dichter» oder Manterola erscheinen nur allzu wirklich.

Paco Ignacio Taibo II ist als Kriminalschriftsteller weltweit berühmt und hat auch eine der besten Biografien über Che Guevara geschrieben. Mit diesem Roman hat er ein Meisterwerk geschaffen. Bleibt nur zu sagen: Lest das Buch und werdet dadurch stärker und gescheiter.

Wolfgang Bortlik

Paco Ignacio Taibo II «Die Rückkehr der Schatten», Verlag Assoziation A, 400 Seiten, 42 Franken.

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