Jaduu: Ein Start-up für die Liebe
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JaduuEin Start-up für die Liebe

Auf der Website Jaduu sucht man per Gratis-Inserat nach der Person, die man unterwegs gesichtet hat. Einnahmen generieren will das Start-up über Werbung.

von
Dominic Benz
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Auf Jaduu kann man nach unbekannten Personen suchen, die man gern wiedersehen möchte:

Auf Jaduu kann man nach unbekannten Personen suchen, die man gern wiedersehen möchte:

Keystone/Gaetan Bally

Man sitzt im Tram, schaut nach draussen und da steht sie, die Person mit den schönen Augen und dem sanften Lächeln. Die Blicke treffen sich, aber es ist zu spät: Das Tram fährt los, vorbei ist der knisternde Moment. Doch will man die Person wieder sehen. Nur wie?

Die neue Online-Plattform Jaduu will beim Finden helfen. Das Konzept ist so einfach wie altbekannt: Der Suchende schaltet ein kleines Inserat und beschreibt die flüchtige Begegnung. Das geschieht alles anonym. Wer sich angesprochen fühlt, kann sich direkt beim Inserenten melden und mit ihm über die hinterlegte E-Mail-Adresse in Kontakt treten.

Seit November online

«Eine solche flüchtige Begegnung hatte ich selber vor drei Jahren», sagt Jaduu-Gründerin Isabel Mörikofer. Das hat sie auf die Idee gebracht, die Plattform zu lancieren.

Mitte November ging Jaduu online. Mörikofer betreibt die Seite in ihrer Freizeit zusammen mit ihrem Geschäftspartner, der sich um die technischen Belange der Website kümmert.

Mit Google Maps verknüpft

Doch braucht es die Seite überhaupt? Schliesslich ist die Idee alles andere als neu: Der «Blick am Abend» etwa verfolgt seit Jahren mit seinem «Schatzchäschtli» das gleiche Konzept. «Der Unterschied ist, dass das Inserat bei uns gratis und online ist», sagt Mörikofer. Den Aufruf könne man gleich umgehend ins Netz stellen. Ein Account sei dafür nicht nötig. Nach einem Monat verschwinden die Inserate automatisch von der Plattform.

Zudem sei das Inserat mit Google Maps verknüpft. «Das hilft zu sehen, wo genau die Begegnung stattgefunden hat», so Mörikofer.

Keine Dating-Plattform

Als Dating-Plattform will die Gründerin ihr Projekt allerdings nicht verstehen. «Darum kann man keine Fotos posten», sagt sie. Dafür gebe es Alternativen wie Tinder. So kommt die Seite denn auch ziemlich textlastig daher. Gehalten ist sie in nüchternem Weiss. Laut Mörikofer sei man aber daran, die Plattform zu erweitern.

Finanziert wird Jaduu über Werbung auf der Seite. «Wenn Geld reinkommt, dann ist es gut», sagt Mörikofer. Doch letztlich gehe es ihr nicht ums Geld, sondern um die Freude an der Sache.

Noch keine Erfolgsmeldung

Der grosse Traffic auf Jaduu ist bisher noch ausgeblieben. In den ersten zwei Wochen haben laut Mörikofer rund 130 Leute die Seite besucht. Doch gemeldet hat sich bisher noch niemand auf ein Inserat. Darin liegt denn auch das Hauptproblem von Jaduu: Die gesuchte Person muss zuerst das Inserat finden und lesen.

Von der Idee ist Mörikofer dennoch überzeugt. Sie blickt bereits in die Zukunft: «Wenn es läuft, dann planen wir für 2018 eine App.»

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