Aktualisiert

Mitsubishi Space StarEin Sternchen für den Stadtverkehr

Mit frischem Design und moderneren Assistenzsystemen will sich der neue Mitsubishi Space Star unter den Minis, Aygos und Pandas behaupten.

von
Thomas Geiger
3.12.2019
Selbst wenn er auf Wunsch mit LED-Leuchten strahlen und ein chromglänzendes Lächeln im Gesicht tragen kann, ist der neue Space Star kein Blender.

Selbst wenn er auf Wunsch mit LED-Leuchten strahlen und ein chromglänzendes Lächeln im Gesicht tragen kann, ist der neue Space Star kein Blender.

Mitsubishi
Der jetzt auf 3,85 Meter gewachsene Winzling sieht ein bisschen frischer aus und fährt mit feingetuntem Set-Up etwas entspannter. Aber im Grunde ist auch der neue Space Star ganz der alte.

Der jetzt auf 3,85 Meter gewachsene Winzling sieht ein bisschen frischer aus und fährt mit feingetuntem Set-Up etwas entspannter. Aber im Grunde ist auch der neue Space Star ganz der alte.

Mitsubishi
Im Einstiegsmodell knattert wie bisher ein 1,0-Liter mit 71 PS und 88 Nm, der nur mit ordentlich Drehzahl ein bisschen Laune macht. Die Top-Version mit 1,2-Liter, 80 PS und 106 Nm machts etwas besser.

Im Einstiegsmodell knattert wie bisher ein 1,0-Liter mit 71 PS und 88 Nm, der nur mit ordentlich Drehzahl ein bisschen Laune macht. Die Top-Version mit 1,2-Liter, 80 PS und 106 Nm machts etwas besser.

Mitsubishi

Erfolg ist relativ und vor allem eine Frage der Betrachtung. Denn obwohl der Space Star im grossen Heer der kleinen Autos kaum auffällt, ist er für Mitsubishi eine dicke Nummer. Schliesslich ist Europa nicht nur der grösste Gesamtmarkt für den Stadtflitzer aus thailändischer Produktion: Immerhin verkauften die Japaner seit seiner Einführung 2012 rund 205'000 Einheiten auf dem alten Kontinent. Mit 18'000 Zulassungen allein von Januar bis Oktober ist er aber auch der Bestseller der Japaner.

Entsprechend liebevoll wird der Konkurrent von VW Up oder Kia Picanto gehegt und gepflegt und bekommt deshalb jetzt schon sein zweites Facelift. Wenn er im Februar zu Preisen ab geschätzten 10'000 Franken (die genauen Preis stehen noch nicht fest) in den Handel kommt, kämpft er mit einem strahlenden Lächeln gegen seine mangelnde Bekanntheit und strahlt künftig mit einem riesigen Grill im Stadtverkehr.

Endlich iPhone- und Android-Anbindung

Ausserdem bietet er neu eine Handvoll Assistenzsysteme wie eine Notbremsautomatik, eine Spurführungshilfe und einen Fernlichtassistenten sowie ein moderneres Infotainment. Denn während der Bordcomputer noch immer nur grobe Pixel anzeigt, spiegelt der Touchscreen in der Mitte jetzt auch iPhones und Android-Telefone und zeigt das Bild der Rückfahrkamera.

Der jetzt auf 3,85 Meter gewachsene Winzling sieht ein bisschen frischer aus und fährt mit feingetuntem Set-Up etwas entspannter. Aber im Grunde ist auch der neue Space Star ganz der alte: Ein ebenso preiswerter wie handlicher Kleinwagen mit überraschend viel Platz, der sich an all jene Grossstädter wendet, die wenig Ansprüche haben und die beim beim Schaulaufen auf dem Boulevard der Eitelkeiten partout nicht mitmachen wollen.

Mehr Sein als Schein lautet sein Motto

Selbst wenn er auf Wunsch mit LED-Leuchten strahlen und ein chromglänzendes Lächeln im Gesicht tragen kann, ist der neue Space Star kein Blender. Denn für das viele Hartplastik im Innenraum schämt sich der kleine Japaner genauso wenig wir für das Kunstleder auf den dünnen Sitzen, die in der Neuauflage immerhin ein bisschen mehr Beinfreiheit für die Hinterbänkler schaffen.

Zu diesem Anspruch passt auch die Auswahl der Motoren: Denn mehr als drei Zylinder sind nicht drin. Im Einstiegsmodell knattert wie bisher ein 1,0-Liter mit 71 PS und 88 Nm, der nur mit ordentlich Drehzahl ein bisschen Laune macht. Wer etwas tiefer in die Tasche greift, bekommt neben der Top-Ausstattung einen 1,2-Liter, der mit 80 PS und 106 Nm auf dem Papier kaum stärker ist, in der Praxis aber sehr viel gelassener bleibt und sich bei entsprechend Drehzahl in der Stadt ganz lebendig anfühlt.

Schnelle Autobahnfahrten mag er nicht so

Über Land wird es allerdings ein bisschen mühsam und auf der Autobahn richtig anstrengend. Denn wenn es schon von null bis Tempo Einhundert 12,8 Sekunden dauert, mag man sich gar nicht vorstellen, wie viel Zeit bis zum Erreichen der 180 km/h Höchstgeschwindigkeit vergehen würde. Und wer dem Dreizylinder die Sporen gibt, kann den Verbrauch von 4,6 Litern natürlich glatt vergessen.

Nein, der modernste Kleinwagen ist der Space Star nicht und auch nicht der peppigste. Doch während Fiat, Ford oder VW in diesem Segment bereits zum Totentanz laden und für ihre Stadtflitzer keine Zukunft mehr sehen, hält Mitsubishi die Treue zum Space Star. Und da kommt dann wieder die Sache mit dem relativen Erfolg ins Spiel. Während die Up-Zulassungen für VW relativ wenig sind und die Niedersachsen deshalb vergleichsweise leicht darauf verzichten können, täte sich Mitsubishi relativ schwer damit, sein erfolgreichstes Modell vom Markt zu nehmen.

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