Aktualisiert 03.11.2011 12:41

Standort Schweiz

Ein Steuerparadies für Unternehmen

Kein Wunder ist die Schweiz für Firmen attraktiv: Fast nirgends auf der Welt müssen Unternehmen weniger Steuern zahlen als hierzulande.

Die Schweiz als Idylle für Firmen, im Bild Cham im Kanton Zug.

Die Schweiz als Idylle für Firmen, im Bild Cham im Kanton Zug.

Die Schweiz greift den Firmen mit der Unternehmenssteuer international gesehen moderat in die Tasche. Sie liegt im europäischen Vergleich auf Platz 8. Weltweit sinken die Unternehmenssteuern, in Europa allerdings abgeflacht. Zu diesen Schlüssen kommt die entsprechende alljährliche Studie des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens KPMG. Für die am Donnerstag präsentierte Erhebung verglich KPMG 125 Länder weltweit.

Global fiel der Unternehmenssteuersatz von 29,03 Prozent im Jahr 2000 auf 22,96 Prozent 2011. Die grössten Senkungen nahmen Osteuropa und die EU vor. Allerdings stiegen die Sätze in Europa verglichen mit 2010 leicht auf 20,12 Prozent, obwohl Griechenland eine Senkung um 4 Prozent vorgenommen hat.

In der Schweiz müssen 2011 Unternehmen durchschnittlich 18,31 Prozent ihres Gewinns an den Fiskus abliefern. Das platziert das Land in Europa auf dem achten Rang. Weniger Unternehmenssteuern werden etwa in Griechenland, Island, Irland und osteuropäischen Ländern fällig, gar keine auf den britischen Inseln Guernsey und Isle of Man. Europaweit am übelsten rupft der Steuervogt die Unternehmen in Malta mit einem Höchstsatz von 35 Prozent.

Kantone unter den besten Steuersitzen Europas

Bezogen auf die Kantone sanken die Unternehmenssteuersätze in den Hauptorten vergangenes Jahr um 0,49 Prozent, was hauptsächlich auf die Senkungen in den Kantonen Glarus, Freiburg, Uri und Basel-Stadt zurückzuführen ist. Einzig Graubünden nahm mit einem Plus von 0,32 Prozent eine Erhöhung vor.

Im Europa-Vergleich gehören Kantone wie Nid- und Obwalden, die beiden Appenzell und Schwyz mit Sätzen zwischen 12,66 bis 14,16 Prozent zu den günstigsten Steuerstandorten.

Tiefere Unternehmensteuern werden ausser auf den britischen Nullsteuer-Inseln nur an acht Standorten erhoben: Montenegro, Albanien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Mazedonien, Serbien, Gibraltar und Irland. KPMG zog dabei jeweils die höchsten Gewinnsteuersätze der Länder bei.

Auch bei der Mehrwertsteuer spitze

Die Mehrwertsteuersätze sind gemäss der Studie seit drei Jahren weltweit stabil und liegen aktuell bei 15,41 Prozent. In Europa stiegen sie leicht von 19,67 auf 19,71 Prozent im laufenden Jahr.

In der Schweiz und Liechtenstein lag der Satz bei 8 Prozent, weltweit reicht es damit zum Platz 5 der Niedrigsteuerländer. Gar Keine Mehrwertsteuer erheben sechs Länder, Hongkong sowie die britischen Kaimaninseln, wobei die USA allerdings auf bestimmte Güter «Sales Tax» verlangen.

(sda)

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