Der Aston Martin V8 Vantage V600 Le Mans war ein Supersportwagen für eine halbe Million
Der 194 cm breite Aston Martin V8 Vantage V600 Le Mans benötigt viel Platz und Auslauf.

Der 194 cm breite Aston Martin V8 Vantage V600 Le Mans benötigt viel Platz und Auslauf.

Bruno von Rotz / www.zwischengas.com
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Aston Martin V8 Vantage V600 Le MansEin Supersportwagen für eine halbe Million

Wer Ende des letzten Jahrhunderts teure Sportwagen verkaufen wollte, musste schon etwas bieten. Aston Martin erinnerte sich des Le-Mans-Erfolgs von 1959 und bot den Aston Martin V8 Vantage V600 Le Mans als umfangreich verfeinertes und limitiertes Sondermodell an.

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Bruno von Rotz

Der Virage löste 1988 den seit 19 Jahren gebauten Aston Martin V8 ab. Zu ihm gesellte sich 1992 der Vantage, der sich sowohl optisch als auch technisch vom Bruder unterschied. Front und Heck hatten ein deutliches Restyling erfahren, der V8-5,3-Liter-Motor erhielt zwei Eaton-Kompressoren und leistete nun 558 PS.

Satte 2015 kg wog ein Aston Martin Vantage, als er 1997 von Auto Motor und Sport getestet wurde. Doch die 745 Nm (bei 4000 Umdrehungen) und 557 PS (bei 6500 Umdrehungen) sorgten trotzdem für standesgemässen Vortrieb. 5,2 Sekunden reichten für den Sprint von 0 auf 100 km/h, als Spitze wurden 281 km/h gemessen. Mit 19,1 Liter Super Testverbrauch auf 100 km war der Aston nicht gerade mustergültig sparsam, aber auch kein grenzenloser Säufer.

Update ordern

Ab 1998 konnten Aston-Martin-Kunden ihren Vantage zurück ins Werk bringen und die V600-Leistungskur ordern. Für rund 20’000 Pfund stieg die PS-Zahl auf 608 bei 6200 U/min, während das Drehmoment nun satte 813 Nm betrug. Damit verkürzte sich auch die Zeit für den Spurt von 0 bis 100 km/h auf deutlich weniger als fünf Sekunden. Die normalen Modelle wurden fortan V550 genannt.

Klassische Formgebung, die im Grundsatz noch auf den DBS von 1967 zurückgeht.

Klassische Formgebung, die im Grundsatz noch auf den DBS von 1967 zurückgeht.

Bruno von Rotz / www.zwischengas.com
Fastback und doppelte Rundleuchten am Heck.

Fastback und doppelte Rundleuchten am Heck.

Bruno von Rotz / www.zwischengas.com
Kurzer Radstand und hohes Heck.

Kurzer Radstand und hohes Heck.

Bruno von Rotz / www.zwischengas.com

Derweil allerdings drehte sich die Welt weiter. Neue Emissions- und Crash-Vorschriften läuteten das Ende des Virage, inzwischen einfach V8 genannt, und des Vantage ein. Der DB7 feierte seit Mitte der 90er-Jahre Erfolge eine Klasse tiefer, der Vanquish wartete bereits am Horizont. Doch die Aston-Martin-Macher wussten um ihre Fans und wollten als Abschluss der V8-Baureihe nochmals einen Höhepunkt präsentieren.

Titan statt Holz im Innenbereich

Und so stand auf dem Genfer Autosalon im März 1999 der Aston Martin V8 Vantage V600 Le Mans als limitiertes Sondermodell. Exakt 40 Stück wollte man bauen, denn 40 Jahre war es her, dass der DBR1 mit Carroll Shelby und Roy Salvadori in Le Mans 1959 gesiegt hatte. Natürlich beliessen die Englänger es nicht bei ein paar Aufklebern, sondern verpassten dem Sondermodell einen eigenständigen Kühlergrill, der nun zwei aggressive Öffnungen zur Belüftung der Eaton-Kompressoren enthielt. Der Frontspoiler wurde genauso angepasst wie die Endrohre der Auspuffanlage. Innen gab es ein an den DBR1 erinnerndes Cockpit mit grossem Drehzahlmesser und kleinem Tacho. Alles Holz war verschwunden, anstelle dafür setzte man auf ein Titan-Finish.

Eine teurere Option

Der Kunde, der bereit war, über CHF 500’000 Franken (ab 225’000 Pfund) für diesen Wagen anzulegen, konnte die V600-Option wählen. Dann erhielt er zudem eine verstärkte Bremsanlage mit Vier-Kanal-ABS und ein strafferes Fahrwerks-Setup. Die 285/45 ZR 18 Reifen wurden auf Magnesiumfelgen mit Hohlspeichen aufgezogen. Dermassen gerüstet war der Aston Martin V8 Vantage V600 Le Mans gemäss Werk rund 320 km/h schnell und sprintete in 3,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h.

Auch mal störrisch

Wer sich hinter das Lenkrad eines dieser raren Autos setzen durfte, der konnte sich über das üppige Drehmoment und Vortrieb ohne Ende freuen, aber auch über ein relativ störrisches Sechsganggetriebe und eine knochenharte Kupplung ärgern. Für Stop und Go oder Tempo-30-km/h-Zonen war der Aston nicht gebaut, für enge Passstrassen wegen seiner Breite von 194 cm auch nicht. Am wohlsten fühlt sich der 475 cm lange Zweitonner auf breiten und leicht geschwungenen Überlandstrassen oder auch einmal auf einer Autobahn. Ob man dann im 3. oder 6. Gang fährt, das macht höchstens bezüglich der Tonlage einen Unterschied, genug Kraft ist immer vorhanden.

Einen ausführlichen Fahrbericht sowie viele weitere Bilder gibt es auf www.zwischengas.com zu lesen und zu sehen.

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