Fiat Barchetta: Ein sympathischer Einstiegs-Youngtimer
In fünf Jahren wird aus dem Youngtimer Fiat Barchetta schon ein Oldtimer. 

In fünf Jahren wird aus dem Youngtimer Fiat Barchetta schon ein Oldtimer.

Tom Gidden - Courtesy RM/Sotheby’s / www.zwischengas.com
Publiziert

Fiat BarchettaEin sympathischer Einstiegs-Youngtimer

1995 wendete Fiat ein erprobtes Rezept an und entwarf einen kleinen, offenen Sportwagen. Der Fiat Barchetta war ein spritziger Spider, der günstig in der Anschaffung und in der Wartung abschnitt.

von
Simon Kwasny

Fiat kann auf eine lange Tradition im Bau von kleinen, günstigen und offenen Sportwagen zurückblicken. Modelle wie der 1200/1500 Cabriolet, der 124 Spider oder der 850 Sport Spider zählen bis heute zu den meistgefeierten Kreationen der Turiner.

Sportlichkeit auf Punto-Basis

Im März 1995 präsentierte Fiat erneut ein preisgünstiges und kompaktes Sportcabrio auf dem Genfer Autosalon, um dem erfolgreichen Mazda MX-5 die Stirn zu bieten. Doch auch den im Jahr zuvor herausgekommene Alfa Romeo Spider, den BMW Z3 oder die ebenfalls in Genf vorgestellten Cabrios MG F und Renault Mégane Cabriolet hatte er im Visier. Und sogar im eigenen Lager gabs Konkurrenz, denn auch den familientauglichen Fiat Punto konnte man als offene Version bestellen.

Wenn man sich das überaus dynamisch anmutende Äussere des Wagens anschaut, ist es kaum zu glauben, dass der (oder die) Barchetta auf dem pummeligen Kleinwagen Punto basiert. Um den erwünschten Sportwagen-Look zu erzielen, wurde der Radstand verkürzt und die Spur verbreitert, das Ergebnis waren die kompakten Dimensionen 3916 mm x 1640 mm x 1265 mm. Ebenfalls wurden Lenkrad- und Sitzposition um 100 Millimeter nach hinten versetzt.

Unter der Haube arbeitet ein drehfreudiger, quer eingebauter Vierzylindermotor mit 1747 ccm Hubraum aus denen er 131 PS bei 6300 U/min und 164 Nm Drehmoment bei 4300 U/min schöpft. Diese Kraft wird über ein manuelles Fünfgang-Getriebe auf die Vorderräder abgegeben. Bei 200 km/h ist Schluss und den Sprint von Null auf Hundert schaff er in 8.9 Sekunden. Mit einem Neupreis von rund 32’000 Franken war der Fiat ein attraktives Angebot.

Ein hübscher kleiner Sportwagen, den man sich damals (und heute) leisten konnte/kann.

Ein hübscher kleiner Sportwagen, den man sich damals (und heute) leisten konnte/kann.

Tom Gidden - Courtesy RM/Sotheby’s / www.zwischengas.com
Der Ferrari 166 MM Barchetta Touring war förmlich ein Vorbild für den Fiat Barchetta.

Der Ferrari 166 MM Barchetta Touring war förmlich ein Vorbild für den Fiat Barchetta.

Bruno von Rotz / www.zwischengas.com
Knackige und eigenständige Heckpartie.

Knackige und eigenständige Heckpartie.

Tom Gidden - Courtesy RM/Sotheby’s / www.zwischengas.com

Ferrari als Namensgeber

Der Name Barchetta bedeutet übersetzt so viel wie Schiffchen oder kleines Boot. Der Begriff kam zum ersten Mal beim Rennwagen Ferrari 166 MM Barchetta von 1948 mit offener Touring-Karosserie zum Einsatz. Seither hat sich der Begriff als Bezeichnung für offene, italienische Rennwagen ohne hoch aufragende Windschutzscheibe etabliert.

Der Fiat Barchetta kommt aber natürlich nicht einfach ohne richtige Windschutzscheibe daher, den Designern gelang aber eine gute Kaschierung der Scheibe. Wie auch schon beim 1993 vorgestellten Fiat Coupé vertrauten die Turiner auf die zeichnerischen Fähigkeiten ihrer eigenen Designabteilung Centro Stile.

Zehn Jahre lang gebaut

Nur zwei vergleichsweise geringfügige optische Auffrischungen musste sich der Fiat Barchetta in rund zehn Jahren Bauzeit gefallen lassen, dann endete im Juli 2005 nach 57’521 Exemplaren die Produktion. Mit seinen Vorgängern 850 Spider oder 124 Spider konnte er damit nicht ganz mithalten, bezüglich Fahrvergnügen aber schon, bezüglich Alltagstauglichkeit sowieso.

Heute ist der Fiat Barchetta ein sympathischer Einstiegs-Youngtimer, der schon in fünf Jahren zum Oldtimer reifen wird. Einen direkten Nachfolger erhielt er nicht, erst viele Jahre später folgte der mit Mazda zusammen entwickelte neue 124 Spider, der aber auch nicht lange produziert wurde.

Mehr Informationen und viele Fotos von heute und damals gibt es auf www.zwischengas.com.

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Deine Meinung

26 Kommentare
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enza1964

21.03.2021, 11:48

Ich habe mir im September 1999 die Barchetta (la Barchetta) gekauft und sie begleitet mich seither durchs Leben. Es ist für mich Lebensfreude und Spass, aber vor allem Freiheit. Seit bald 22 Jahren fahre ich nur im Frühling , Sommer & Herbst. Im Winter steht sie in der Garage. Und so hatte nie Probleme mit Rost. Freue mich auf viele weitere wunderschöne Ausflüge und Erlebnisse in allen Lebenslagen mit meiner roten Barchetta.

Avanti Fiat

21.03.2021, 11:47

Dann doch lieber den Tipo.

Kpl Maroni

21.03.2021, 11:43

Verbrenner haben ausgedient. Ab damit ins Museum!