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Ein Szenekenner: «Jeder Club hat seine Hausdealer»

Nach der Drogenrazzia in zwei Zürcher Clubs betonen viele Betreiber, eine reine Weste zu haben. Ist das wirklich so? Ein Ex-Dealer packt aus.

Angst vor weiteren Razzien haben offenbar die wenigsten Clubbetreiber. «Wir haben die Situation so im Griff, wie es die Polizei von uns verlangt», sagt zum Beispiel Kaufleuten-Geschäftsleiter Marc Brechtbühl. Ähnliches sagt Indochine-Direktor Philippe Haussener: «Sicherheitsleute passen auf, dass keine Drogen verkauft und konsumiert werden».

Zu «drastischen Massnahmen» hat Q-Geschaftsführer Urs Kind gegriffen. «Wer erwischt wird, fliegt raus, bekommt Hausverbot und muss mit einer Anzeige rechnen.» Dass im Spidergalaxy eine Razzia durchgeführt wird, hat Supermarket-Mitinhaber Sandro Bohnenblust angeblich «schon lange erwartet». Der Polizeiaktion kann er sogar etwas Positives abgewinnen: «Für die Zürcher Clubs ist dies ein Anreiz, endlich härter durchzugreifen.»

«Alles Blödsinn», meint ein Szenekenner zur Utopie einer dealer- und drogenfreien Clublandschaft. Er selbst habe in diversen Zürcher Lokalen Drogen verkauft. «Jeder Club hat seine Hausdealer, und das wissen die Geschäftsführer ganz genau», behauptet er. Denn: Wer Kokain konsumiere, trinke meist viel mehr Alkohol.

Alexandra Roder

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