28.09.2020 14:18

Ein Tag als VIP-Chauffeur beim ZFF

Sie sind auch Stars am ZFF: die Mercedes-Benz EQC. Die coolen Elektro-SUV mit dem Stern auf der Haube sind die VIP Shuttles beim Zurich Film Festival. Mit einem davon durfte ich durch die Stadt cruisen.

von
Mario Borri / A&W Verlag
28.9.2020

Anzug und Krawatte sitzen, der Wagen steht bereit. Bis ich im Flughafenparkhaus 6 den richtigen unter den 25 in Reih und Glied an Ladesäulen eingestöpselten EQC gefunden hatte, dauerte es eine Weile. Noch kurz überprüfen, ob der Wagen innen sauber ist – wer weiss, was die ZFF-Stars am Vortag im Auto gemacht haben –, und los gehts. 320 Kilometer Reichweite zeigte der Bordcomputer an. Im Vergleich zu einem normalen Auto ist das nicht sehr viel. Doch um einen Tag in Zürich herumzukurven, reicht das locker.

Termine im Viertelstundentakt

Oder doch nicht? Denn wie ich dem Terminprogramm meines Fahrgastes entnehmen konnte, könnte es eng werden. Knapp 30 Programmpunkte umfasst der Kalender von Christian Jungen an diesem Samstag – im Schnitt also jede Viertelstunde ein neuer Termin. Abgeholt habe ich den ZFF-Direktor und seine Assistentin im Festival-Hauptquartier in der Nähe des Bahnhofs Enge. Der erste Termin: 16 Uhr beim Dolder Grand auf dem Zürichberg.

Wie ein Segelschiff auf dem Meer

Auf dem Weg quer durch die Stadt erzählt mir Christian Jungen, dass der EQC während des Festivals zu seiner zweiten Wohnung geworden ist. Zum einen komme er im leisen Elektro-Mercedes zwischen den Terminen perfekt zur Ruhe, zum anderen habe es genügend Platz im Innenraum, um einen Ersatzanzug, frische Hemden und sogar Zahnbürste und Zahnpasta unterzubringen. Das Fahrgefühl im Mercedes EQC vergleicht der ZFF-Direktor mit dem einer Segeljacht: «Weil der Wagen so lautlos und komfortabel dahingleitet, fühlt es sich wie in einem Schiff an, das übers Meer segelt.»

Sanft Gas geben und bremsen

Auch für mich als Chauffeur fühlt sich der EQC gut an. Der Elektromotor nimmt das Gas sanfter an als ein Verbrenner. Und weil der Wagen durch den Rekuperationseffekt von allein bremst, merkt der Fahrgast vom Stop-and-Go-Verkehr durch die Stadt fast nichts. Genauso wie es sich für einen guten Chauffeur gehört und es mir beim Fahrer-Briefing eingebläut wurde.

So gehört es sich: Der Chauffeur hält seinem Fahrgast Christian Jungen die Tür auf.

So gehört es sich: Der Chauffeur hält seinem Fahrgast Christian Jungen die Tür auf.

ZFF
Fast wie richtig: ZFF-VIP-Gastchauffeur Mario Borri am Steuer des Mercedes EQC.

Fast wie richtig: ZFF-VIP-Gastchauffeur Mario Borri am Steuer des Mercedes EQC.

Isabelle Riederer
Christian Jungen mit Moritz Bleibtreu auf dem grünen Teppich. 

Christian Jungen mit Moritz Bleibtreu auf dem grünen Teppich.

Thomas Niedermueller/Getty Images for Zurich Film Festival

Moritz Bleibtreu auf dem grünen Teppich

Vom Zürichberg ging es dann wieder runter zum Sechseläutenplatz, wo Christian Jungen ab 17 Uhr auf dem grünen Teppich einen Fotoshooting-Marathon zu absolvieren hatte. Weil es regnete, wollte ich meinen Fahrgast, wie es sich geziemt, mit dem Schirm beim Aussteigen abholen, doch ein Security war schneller. Auch die nächsten Termine fanden im und ums Festivalzentrum statt. So konnte ich das Auto parkieren und mich auf Promi-Jagd machen. Dank meinem Staff-Badge hatte ich fast überall Zutritt. Weil Maskenpflicht herrschte, erkannte ich niemanden. Für die Fotografen wurden die Masken allerdings kurz weggelegt, da sah ich auf dem grünen Teppich den deutschen Schauspieler und Regisseur Moritz Bleibtreu.

Tricky Transfers

Danach wurde es wieder etwas hektischer. Christian Jungens Assistentin nannte es «tricky transfers». Ich sollte meine Fahrgäste in der Seitengasse beim Club Mascotte abzuholen. Um dort reinfahren zu können, musste ich zuerst zwei Poller versenken – den Code hatte ich zuvor per SMS erhalten. Um 19.15 Uhr musste der ZFF-Direktor in der Frauenbadi eine Rede halten, für die Fahrt dorthin blieben mir knapp 10 Minuten. Sogar nur 5 Minuten Zeit hatte ich dann für die Rückfahrt zum Festivalzentrum. Die Abfahrt wäre auf 19.45 Uhr getimt gewesen, 19.50 Uhr gings dann erst los. Dank einer grünen Welle haben wir es auf 19.55 geschafft. Nach einer erneuten Pause auf dem Sechseläutenplatz chauffierte ich meine Fahrgäste zum Abschluss nochmals quer durch die Stadt ins Folium am Kalanderplatz.

Akku drei Viertel voll, Anzug zerknittert

Gegen 23 Uhr lud ich Christian Jungens Assistentin im ZFF-Headquarter ab und brachte ihn anschliessend nach Hause nach Zürich-West. Kurz vor Mitternacht kam ich wieder beim Flughafenparkhaus an und hängte den Wagen an die Steckdose. Der Akku war immer noch zu drei Viertel voll. Mein Anzug allerdings sass nicht mehr so gut, und auch die Krawatte hing etwas schief.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.
8 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen

BMWler

29.09.2020, 19:59

Was ist denn das für eine digitalisierte Seifenkiste? Den möchte ich nicht gratis.

Otto

29.09.2020, 12:41

Was kostet dieser Benz - so wie gefahren?

Remo

29.09.2020, 08:55

Wie viele Steuergeräte aus Verbrennern hat das Teil an Bord? Wie schlecht effizient schneidet der Benz gegenüber einem Tesla ab? Wahrscheinlich wie der E-Tron, 30 % weniger Leistung bei 30 % mehr Verbrauch... Bringt E-Autos, wenn ihr sie bauen könnt!