ZSC-Sportchef Leuenberger: «Ein Teil des SCB wird für immer in mir sein»
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ZSC-Sportchef Leuenberger«Ein Teil des SCB wird für immer in mir sein»

Sven Leuenberger erlebte beim SC Bern acht Meistertitel. Vier als Spieler, vier als Funktionär. Nun will er einen weiteren SCB-Triumph verhindern.

von
Marcel Allemann
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Abgesehen von zwei Jahren in Lugano verbrachte Sven Leuenberger seine gesamte Spielerkarriere beim SC Bern. Hier ein Bild von ihm aus dem Jahr 1997.

Abgesehen von zwei Jahren in Lugano verbrachte Sven Leuenberger seine gesamte Spielerkarriere beim SC Bern. Hier ein Bild von ihm aus dem Jahr 1997.

Keystone/Martin Schweizer
Der Meisterpokal wurde zu Sven Leuenbergers treuem Begleiter, sowohl als Spieler wie auch als Funktionär. Während seiner Zeit in Bern konnte der SCB nicht weniger als acht Mal zur Meisterfeier laden. Hier ein Bild aus dem Jahr 2013.

Der Meisterpokal wurde zu Sven Leuenbergers treuem Begleiter, sowohl als Spieler wie auch als Funktionär. Während seiner Zeit in Bern konnte der SCB nicht weniger als acht Mal zur Meisterfeier laden. Hier ein Bild aus dem Jahr 2013.

Keystone/Peter Klaunzer
CEO Marc Lüthi und Sportchef Sven Leuenberger waren beim SCB während Jahren ein erfolgreiches Duo, nun sehen sie sich als Playoff-Gegner wieder.

CEO Marc Lüthi und Sportchef Sven Leuenberger waren beim SCB während Jahren ein erfolgreiches Duo, nun sehen sie sich als Playoff-Gegner wieder.

Keystone/Peter Schneider

Als 19-Jähriger wechselte Sven Leuenberger 1988 von seinem Jugendverein EHC Uzwil zum SC Bern. Was folgte, war eine gemeinsame Erfolgsgeschichte. Der elegante Verteidiger konnte als Spieler 1989, 1991, 1992 und 1997 den Meisterpokal in die Höhe strecken. Abgesehen von zwei Saisons in Lugano (1992 bis 1994) hielt Leuenberger dem SCB bis zu seinem Karrierenende im Jahr 2003 die Treue.

Deshalb hängt auch sein Trikot mit der Nummer 16 in der PostFinance-Arena unter dem Hallendach. Von 2006 bis 2015 war Leuenberger Sportchef der Mutzen, anschliessend übernahm er im Verein bis zum vergangenen Frühjahr die Aufgabe der strategischen Sportentwicklung und war Coach der Elite-Junioren. In dieser Zeit (2010, 2013, 2016, 2017) feierte der SCB vier weitere Meistertitel.

Der Antrieb, den SCB zu schlagen

Doch jetzt ist plötzlich alles anders. Auf diese Saison hat der 127-fache Ex-Internationale die Fronten gewechselt, zum grossen Konkurrenten ZSC Lions. Und nun also steht im Playoff-Halbfinal ausgerechnet das grosse Duell mit seiner grossen, alten Liebe an. «In beiden Stadien kenne ich viele Leute. Für mich persönlich wird diese Serie noch viel spezieller, als sie ohnehin schon ist», gesteht Leuenberger. Rachegelüste hegt der 48-Jährige jedoch keine: «Der SC Bern hat mich immer gut behandelt und wir gingen ja nicht im Streit auseinander.»

Der Ostschweizer, der den privaten Hauptsitz mit seiner Familie noch immer in der Region Bern hat, gibt aufgrund seiner Biografie auch zu: «Ein Teil des SC Bern wird für immer in mir sein. Aber für mich ist auch klar, dass ich nun zu 100 Prozent ZSC bin.» Der SCB gehe ihn inzwischen genau gleich wenig an wie etwa der EHC Kloten: «Er ist einer von elf Konkurrenten in der Liga. Aber er ist sicher ein Konkurrent, den es zu schlagen gilt, wenn man selber auch wieder oben stehen möchte. Dieser Ehrgeiz treibt mich natürlich an.»

«Ich weiss, wie Berns Schlüsselspieler reagieren»

Sven Leuenberger hat schon einige Veränderungen in die ZSC Lions eingebracht. Einiges wurde durch ihn nochmals eine Spur professioneller und strukturierter. Auf die Frage, wie viel SCB er dabei bereits in den ZSC infiltriert habe, entgegnet Leuenberger: «Darum geht es nicht, das wäre auch ein komplett falscher Ansatz. Aber ich glaube an gewisse Tugenden und eine DNA, wie man erfolgreich Eishockey spielen kann, und diese versuche ich in den ZSC reinzubringen.»

Natürlich kennt Leuenberger den SCB wie kaum ein zweiter Aussenstehender. Er weiss auch haargenau, wie die Spieler ticken, was sie mögen, was weniger und wie man sie reizen kann. Macht ihn das nun für diese Halbfinal-Serie zum wichtigen Bestandteil des Coaching-Staffs? «Ich bin nicht mehr oder weniger ein Teil des Trainerteams, als ich dies auch zuvor war. Aber sicher weiss ich, welches die Berner Schlüsselspieler sind und wie sie in gewissen Situationen reagieren. Natürlich werden wir auch versuchen, dies zu unseren Gunsten zu nutzen.» Entscheidend sei jedoch primär, dass die Spieler den Plan des Trainers umsetzen und die Leidenschaft und die Opferbereitschaft stimme, so wie dies im erfolgreichen Viertelfinal gegen Zug der Fall war.

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