Callà-Einstand: Ein Tor wäre des Guten zu viel gewesen
Aktualisiert

Callà-EinstandEin Tor wäre des Guten zu viel gewesen

Davide Callà zeigte in Rotblau einen sehr guten ersten Einsatz, bei dem er einen Assist verbuchen konnte. Die Torpremiere hat er sich aber noch aufgehoben.

von
Eva Tedesco

Davide Callà nach seinem gelungenen Auftritt als frischgebackener FCB-Spieler. (Video: 20 Minuten)

«Ich habe ihm gesagt, wenn du dir das Tor aufgespart hast für ein nächstes Mal, ist das tipptopp», sagt Fabian Frei zum Debüt seines neuen Mannschaftskollegen und schmunzelt. Mit «ihm» ist Davide Callà gemeint, der nach dem Wechsel vom FC Aarau ans Rheinknie gegen Sion den Einstand im rotblauen Dress gab.

Callà zeigte eine gelungene Performance. Laufstark wie seit jeher war er auch an vielen Aktionen beteiligt, eroberte viele Bälle, verlagerte mit präzisen Pässen geschickt das Spiel und wechselte mit Valentin Stocker permanent die Seiten, was den Wallisern viel Mühe bereitete, zumal Stocker ebenfalls viel unterwegs war und sich in blendender Spiellaune präsentierte.

Die aufgesparte Torpremiere

Es war auch das Duo Callà/Stocker, das in der 56. Minute die Hauptrolle innehatte. Callàs langer Pass auf Stocker leitete die Szene ein, die zum Penalty führte. Xavier Kouassi fuhr dem Krienser im eigenen Strafraum in die Beine, Stocker fiel. Ref Stephan Studer zeigte auf den Elfmeterpunkt. Wie schon vor einer Woche gegen YB war es erneut Fabian Frei, der die Verantwortung übernahm und zum Sieg traf. «Ich bin mit dem Einstand von Davide Callà sehr zufrieden», sagt Murat Yakin nach dem Spiel. «Er kann sich den Pass auf Stocker als Assist verbuchen.»

Und fast wäre dem 29-jährigen Winterthurer auch das erste Tor im rotblauen Dress geglückt. Allerdings legte Sion-Keeper Andris Vanins (83.) sein Veto ein und vereitelte die Chance. «Jetzt muss ich ja fast sagen, dass ich mir den Treffer aufgespart habe», sagt Callà und lacht über das ganze Gesicht.

«Das Kribbeln kam bei der Teamsitzung»

Es wäre am Ende seiner Woche der Superlativen wohl des Guten zu viel gewesen, wenn der Ball den Weg ins Tor gefunden hätte. Im November hat FCB-Präsident Bernhard Heusler Callà nach dem 1:1 im Brügglifeld noch sein Leibchen abgekauft, um es einem traurigen Buben zu schenken, der bittere Tränen geweint hat, weil Marco Streller in letzter Minute zum Ausgleich getroffen hatte. Letzten Montag unterzeichnete ein überglücklicher Callà beim FCB einen Vertrag bis 2016. Diesmal hat Heusler kein Leibchen, sondern gleich den Spieler erstanden.

Wie hat der 29-Jährige den ersten Spieltag erlebt? «Eigentlich recht gelassen, erst als ich an der Teamsitzung meinen Namen in der Startelf gesehen habe, hat es ein wenig zu kribbeln begonnen», sagt der Offensivspieler nach dem ersten Auftritt als FCB-Spieler. «Der Weg durch die Senftube war ein sehr spezieller Moment. Mir sind da viele Gedanken durch den Kopf geschossen. Ich hatte extrem viel Freude und es war wirklich ein sehr schönes Gefühl.» Das dann mit dem Heimsieg noch gekrönt wurde.

Streller für Tel Aviv fraglich?

Für den FCB war es der dritte Sieg im dritten Ligaspiel nach der Winterpause. Der Sieg über den FC Sion bedeutet aber auch, dass der Meister mittlerweile in der Meisterschaft seit nunmehr 16 Partien ungeschlagen ist. Die letzte Niederlage (1:2 gegen den FCZ) kassierten die Bebbi am 11. August des letzten Jahres.

Ehe es am Sonntag in der Meisterschaft auswärts gegen GC weitergeht, steht für den FCB am Mittwoch eine Reise nach Israel an. Am Donnerstag trifft Rotblau im Sechzehntelfinal-Hinspiel in der Europa League auf Maccabi Tel Aviv. Mit Captain Marco Streller oder nicht, bleibt noch offen.

Der Stürmer verliess am Samstag humpelnd den Platz. Sollte Streller, der wegen Adduktorenproblemen unter der Woche reduziert trainiert hat, wieder mehr Schmerzen verspüren, ist denkbar, dass Yakin kein Risiko eingehen wird und seinen Captain eher für das wichtige Spiel in Zürich schont, statt ihm die weite Reise nach Israel zuzumuten.

Spitze Kommentare an der Medienkonferenz Musste für die Beurteilung der Penaltysituation gegen YB zig-mal ein TV-Bild konsultiert werden, um dann doch zwei Meinungen zu haben, war für die Szene am Samstag gegen Sion keine Wiederholung nötig. So klar war das Vergehen von Xavier Kouassi an Valentin Stocker. Der Sittener fährt im Strafraum Stocker deutlich in die Beine. Und doch sah Sion-Trainer Raimondo Ponte eine Schwalbe. «Stocker steigt noch über Kouassi und fällt erst dann - aber man kennt ja Stocker.» Und da Murat Yakin auf dem Podium neben Ponte sitzt, wird er zu seiner Sicht der Dinge befragt. Yakins bissiger Kommentar: « Ich kommentiere das nicht.» Und schiebt dann nach: «Mich erstaunt aber immer wieder, wie viel Kraft andere aufbringen, um vor fremden Türen zu kehren.» Worauf Ponte zurück knurrt: «Das braucht keine Kraft.»

Spitze Kommentare an der Medienkonferenz Musste für die Beurteilung der Penaltysituation gegen YB zig-mal ein TV-Bild konsultiert werden, um dann doch zwei Meinungen zu haben, war für die Szene am Samstag gegen Sion keine Wiederholung nötig. So klar war das Vergehen von Xavier Kouassi an Valentin Stocker. Der Sittener fährt im Strafraum Stocker deutlich in die Beine. Und doch sah Sion-Trainer Raimondo Ponte eine Schwalbe. «Stocker steigt noch über Kouassi und fällt erst dann - aber man kennt ja Stocker.» Und da Murat Yakin auf dem Podium neben Ponte sitzt, wird er zu seiner Sicht der Dinge befragt. Yakins bissiger Kommentar: « Ich kommentiere das nicht.» Und schiebt dann nach: «Mich erstaunt aber immer wieder, wie viel Kraft andere aufbringen, um vor fremden Türen zu kehren.» Worauf Ponte zurück knurrt: «Das braucht keine Kraft.»

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