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Ein Toter bei Ausschreitungen nach UNO-Besuch in Darfur

Khartum Beim Besuch einer UNO-Delegation in der sudanesischen Krisenregion Darfur ist es am Montag zu gewalttätigen Ausschreitungen von Flüchtlingen gekommen.

Dabei kam ein sudanesischer Übersetzer ums Leben. Aufgebrachte Demonstranten hätten den Mann bei der Erstürmung eines Polizeipostens getötet, sagte der UNO-Nothilfekoordinator Jan Egeland. Die Menschenmenge verlangte UNO-Truppen zu ihrem Schutz und zur Überwachung eines Friedensabkommens, das am Freitag von der grössten Rebellengruppe und der Regierung unterzeichnet worden war.

Die Gewalt brach aus, als eine Frau schrie, einer der Helfer gehöre zu den Dschandschauid-Milizen an. Diesen werden schwere Übergriffe wie Vertreibung, Mord und Vergewaltigungen an der Zivilbevölkerung vorgeworfen.

Die aufgebrachte Menschenmenge griff einen Wagen der UNO mit Äxten und Steinen an und zerstörten seine Fenster. Der UNO-Konvoi machte daraufhin kehrt und flüchtete in die 15 Kilometer entfernte Stadt Nyala.

US-Präsident George W. Bush rief die NATO in Washington zur Unterstützung des Friedenseinsatzes in Darfur auf. Er appellierte zugleich an die sudanesische Regierung, die Entsendung einer UNO- Truppe in die Krisenregion zuzulassen.

In dem seit 2003 währenden Konflikt zwischen arabisch-stämmigen Milizen und der schwarzafrikanischen Bevölkerung im Südosten des Sudan sind mindestens 180 000 Menschen getötet worden. Zwei Millionen wurden vertrieben. (sda)

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