Aktualisiert 08.08.2018 22:40

Climate Games in BaselEin toter Riesenfisch gegen den Klimawandel

Die Situation für Fische im Rhein ist kritisch. In Schaffhausen sterben sie schon zu Tausenden. Schuld daran ist der Klimawandel, so Umweltaktivisten.

von
las

Mit totem Fisch gegen den Klimawandel. (Video: las/lb)

Um auf die Folgen des Klimawandels hinzuweisen, wählten die Aktivisten von Climate Games am Mittwoch mit dem Fischsterben für ihre Protestaktion ein Sujet, das gegenwärtig in aller Munde ist. Auf einem Weidling trugen sie ein Transparent, das einen toten Fisch zeigte, den Basler Rhein herunter.

Der Rhein wurde wohl nicht zufällig als Schauplatz des Protests gewählt: In den vergangenen Wochen wurden zwischen Bodensee und Rheinfall rund eine Tonne toter Fische aus dem Strom gezogen. Und auch in Basel sind die Wassertemperaturen kritisch.

Konstruktives erwünscht

Die Aktivisten wollen aber nicht nur anprangern, sondern auch Tipps geben und Ideen sammeln. Während der Aktion auf dem Rhein stellten sie einen Informationsstand am Kleinbasler Ufer auf, wo sie Rheinschwimmer über die Gefahren informierten, die den Bewohnern ihres Lieblingspools drohen. Zudem verteilten sie Formulare, mit denen jeder seine Ideen zum schonenden Umgang mit der Umwelt teilen konnte.

Zudem gab es für die Schwimmer schwarze Trauerschleifen, mit denen sie ihre Solidarität mit den an der Hitze verendeten Fischen bekunden konnten. «Wir wollen die Menschen sensibilisieren. Ihre Reaktionen sind durchweg positiv», sagte einer der Aktivisten vor Ort.

1 / 8
Am Mittwoch liessen Aktivisten ein Transparent mit einem grossen toten Fisch den Rhein hinuntertreiben.

Am Mittwoch liessen Aktivisten ein Transparent mit einem grossen toten Fisch den Rhein hinuntertreiben.

20 Minuten/las
Sie wollten damit auf das Fischsterben hinweisen, zu dem es durch Klimaerwärmung in Folge der Verbrennung fossiler Brennstoffe komme.

Sie wollten damit auf das Fischsterben hinweisen, zu dem es durch Klimaerwärmung in Folge der Verbrennung fossiler Brennstoffe komme.

20 Minuten/las
Interessierte Rheinschwimmer konnten sich eine Trauerbinde zur Solidarität mit den sterbenden Fischen an den Wickelfisch binden.

Interessierte Rheinschwimmer konnten sich eine Trauerbinde zur Solidarität mit den sterbenden Fischen an den Wickelfisch binden.

20 Minuten/las

Wer sich weiter in das Thema vertiefen möchte, kann sich im Klimacamp im Areal der Zentrale Pratteln einfinden. Dieses findet noch bis Sonntag statt und bietet verschiedene Workshops und Auftritte von Gastrednern an.

Rheinhäfen im Visier

Die steigenden Temperaturen haben eine Gruppe von Aktivisten auf den Plan gerufen, mit einer Störaktion den Betrieb des Birsfelder Ölhafens am Freitag und am Samstag zu blockieren. In der «bz Basel» wurde gar kolportiert, der Hafen werde deshalb vorsorglich geschlossen. Die Schweizerischen Rheinhäfen dementieren dies auf Anfrage von 20 Minuten.

Der Hafen sei zum Ziel der Aktion geworden, weil über die Schweizer Rheinhäfen mehr als ein Drittel des Mineralölbedarfs in die Schweiz gelange, so die Aktivisten. Dessen Verbrennung sei wiederum für die Erderwärmung verantwortlich. «Das Öl, dessen Förderung und Transport von Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung begleitet ist, wird aus Basel in die

ganze Schweiz verteilt», heisst es weiter. Dies ist ihnen ein Dorn im Auge. Ihre Botschaft: Es sollte uns allen ein Dorn im Auge sein.

Rheinhäfen und Polizei geben sich bedeckt

«Die Schweizerischen Rheinhäfen wissen zu wenig über diese geplante Aktion, daher können wir uns nicht dazu äussern», schreibt Port-of-Switzerland-Sprecherin Jelena Dobric auf Anfrage von 20 Minuten. Man gehe aber von friedlichen Absichten aus.

Für die Forderungen der Aktivisten zeigen die Rheinhäfen jedoch Verständnis: «Das Anliegen, aus fossilen Energien auszusteigen, können wir nachvollziehen. Der Mineralölimport über die Rheinhäfen ist denn in den letzten Jahren auch rückläufig», so Dobric.

Die Baselbieter Polizei ist ebenfalls im Bild: «Wir wissen von der geplanten Aktion und beurteilen die Lage kontinuierlich neu», so Polizeisprecher Adrian Gaugler.

Diese Überlegungen wollen die Aktivisten unter die Leute bringen

Was trage ich zu Wachstumszwängen bei?

Wie spare ich Emissionen ein?

Wohne ich energieschonend?

Konsumiere ich zu viele tierische Produkte?

Nutze ich Strom aus erneuerbaren Quellen?

Kaufe ich beständige Produkte, oder werfe ich alles nach kurzer Zeit wieder weg?

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.