«13 Reasons Why»: Ein toter Teenager und viele offene Fragen
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«13 Reasons Why»Ein toter Teenager und viele offene Fragen

Sexting, Cybermobbing und eine unheimliche Stimme aus dem Jenseits: Die neue Netflix-Serie «13 Reasons Why» macht Gänsehaut.

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Als die Geschichte beginnt, ist Hannah Baker bereits tot. Sie hat sich das Leben genommen. Ihre Mitschüler sind schockiert: Wie konnte ein so hübsches, beliebtes Mädchen nicht mehr leben wollen? Eine Woche später die Antwort: Bei ihrem Kollegen Clay taucht ein mysteriöses Paket auf. Darin befinden sich 13 Kassetten, auf denen Hannah enthüllt, wie es so weit kommen konnte. Und wer oder was sie wirklich auf dem Gewissen hat.

«13 Reasons Why» basiert auf dem populären Jugendbuch von Jay Asher aus dem Jahr 2007, das auf unzähligen Literaturlisten an amerikanischen Schulen geführt wird. Auch international war der Roman ein Erfolg. Und bei den Kritikern kommt auch die neue Netflix-Serie an. Auf dem Portal Rottentomatoes.com erhält die Mystery-Serie eine Zustimmung von 93 Prozent.

Keine Klischee-Teenager

Anders als andere Young-Adult-Verfilmungen tappt «13 Reasons Why» nicht in die Falle, Klischee-Teenager zu präsentieren. Der beliebte Sportler, der schüchterne Nerd, die Schulhof-Schlampe: So einfach macht es sich die Serie nicht. Alle Figuren und Situationen sind mehrdimensional, ihre Nöte und Ängste nachvollziehbar.

Vor allem ist die Netflix-Adaption spannend. Auf jeder Kassette – und damit in jeder Folge – verrät Hanna mehr darüber, was wirklich geschah. Alles begann mit einem harmlosen Kuss und endete in Cybermobbing, Vergewaltigung, einem tödlichen Unfall und schliesslich im Selbstmord von Hannah. Jeder der Beteiligten macht sich ein bisschen schuldig, bis der Schneeball zur Lawine wird.

Selena Gomez wechselt die Seiten

Der Erfolg der Verfilmung ist auch ein Verdienst von Selena Gomez. Die Sängerin und Schauspielerin wechselte für einmal die Seiten und war als Executive Producer tätig. Als 15-Jährige hatte sie sich mit ihrer Mutter die Rechte an der Vorlage gesichert. Eigentlich wollte sie selbst Hannah spielen, aber wegen der langen Produktionsdauer war sie schliesslich zu alt, um glaubhaft einen Teenager verkörpern zu können. Zeitgleich mit dem Dreh liess sich die 24-Jährige ausserdem wegen emotionaler Probleme behandeln.

Gomez, die sich seit Jahren gegen Mobbing an Schulen einsetzt, liegt das Projekt sehr am Herzen. «Ich bin einfach froh, dass ich dabei sein durfte», sagte sie im Februar in einer Diskussionsrunde zur Serie.

«13 Reasons Why» ist ab sofort auf dem Streaming-Dienst Netflix verfügbar.

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