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Nebel und EisEin Toter und 90 Verletzte bei Massen-Crashs

Mehr als 100 Fahrzeuge sind bei Massenkarambolagen in Süddeutschland zusammengestossen. Bei drei von Nebel und Glätte ausgelösten Unfallserien wurde eine Person getötet und mehr als 90 teils schwer verletzt.

Auf der A8 bei Augsburg knallten im dichten Nebel fast 60 Fahrzeuge ineinander.

Auf der A8 bei Augsburg knallten im dichten Nebel fast 60 Fahrzeuge ineinander.

In dichtem Nebel sind am Freitagmorgen auf der Autobahn Stuttgart-München fast 60 Fahrzeuge ineinander gekracht. Bei der Massenkarambolage mit 21 Lastwagen und 37 anderen Autos wurden nach Polizeiangaben knapp 80 Menschen verletzt.

19 von ihnen mussten mit schweren Verletzungen ins Spital gebracht werden. Auf einer Länge von mehr als einem Kilometer steckten rund 170 Fahrzeuge zwischen den Unfallautos fest. Ein Augenzeuge sprach von «absolutem Chaos», die Autobahn habe an ein Trümmerfeld erinnert.

«Wir hatten sehr schlechte Sichtverhältnisse, Glatteis war nicht die Hauptursache für die Unfälle», sagte ein Polizist. Zur Unfallzeit gegen 7.00 Uhr herrschte dichter Nebel mit einer Sichtweite von unter 50 Metern. Die meisten Unfallbeteiligten seien aber mit dem Schrecken davongekommen.

Viele Schutzengel unterwegs

«Die waren nicht so schnell unterwegs wegen der schlechten Sicht, aber noch schnell genug, um ineinander zu fahren», sagte ein Polizeisprecher. Ein Unfallbeteiligter drückte das so aus: «Es waren viele Schutzengel unterwegs.»

Ein Grossaufgebot von rund 110 Feuerwehrmännern, 60 Sanitätern und zahlreichen Polizisten war stundenlang im Einsatz. Verpflegungszelte wurden eingerichtet, es gab heisse Getränke und die Möglichkeit, sich an Heizstrahlern zu wärmen. Die Autobahn blieb in Richtung München bis in die Nachmittagsstunden gesperrt. Es bildete sich ein kilometerlanger Rückstau.

Die quer- und schrägstehenden Autowracks wurden über eine gesperrte Spur der Gegenfahrbahn abgeschleppt. Als grosse Herausforderung bezeichnete der Polizeisprecher die genaue Erfassung des Unfallgeschehens. Die Polizeibeamten hätten Teams gebildet, die vor dem Abschleppen der Autowracks klären mussten: «Wer ist in wen hineingefahren, wer hat andere aufgeschoben?»

Bei den Bergungsarbeiten mussten die Lastwagen teilweise mit schwerem Gerät auseinandergezogen werden. Der Sachschaden gehe sicher in die Millionen, sagte der Polizeisprecher.

Rollerfahrer kam zwischen zusammenstossende Fahrzeuge

Bei einer Karambolage im Grenzgebiet zwischen Bayern und Baden-Württemberg in der Nähe von Nördlingen wurde eine Person getötet und zwei schwer verletzt. An der Unfallserie waren nach Polizeiangaben rund 15 Fahrzeuge beteiligt.

Nachdem ein Lkw auf glatter Strasse in den Graben fuhr, hielten zwei weitere Laster an, vermutlich um zu helfen, wie die Polizeiinspektion Nördlingen erklärte. Weitere Fahrzeuge fuhren dann in die stehenden Autos. An der Unfallstelle war es glatt und neblig. Der tödlich Verunglückte fuhr einen Roller und geriet nach ersten Erkenntnissen zwischen die zusammenstossenden Fahrzeuge.

Spiegelglatt

In Niederbayern wurden am Freitagmorgen bei einer Unfallserie 14 Personen verletzt, sechs davon schwer, aber nicht lebensgefährlich. Auf der Kreisstrasse 22 zwischen Hunderdorf und Hermannsdorf kam es auf einer Strecke von 300 Metern zu vier Unfällen, an denen 44 Fahrzeuge mit rund 50 Insassen beteiligt waren, wie das Polizeipräsidium Niederbayern erklärte. Alle Verletzen wurden ins Krankenhaus gebracht.

An der Unfallstelle in der Nähe der Donau sei es spiegelglatt gewesen, sagte Polizeisprecher Klaus Pickel. Zudem gab es Nebel. Die Strasse liege leicht erhöht, einige Autos seien die Böschung hinuntergefahren, andere zusammengestossen oder gegen Leitplanken und Verkehrszeichen geprallt. «Es hat übel ausgesehen», sagte der Polizeisprecher. «Es ist ein Wunder, dass es bei 14 Verletzten geblieben ist.» (sda)

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