Verflucht: Ein Traumhaus für Geisterjäger
Aktualisiert

VerfluchtEin Traumhaus für Geisterjäger

Die verlassene Villa hat nicht nur ein riesiges Grundstück, sondern auch ein eigenes Mausoleum – inklusive Geistern.

von
M. Steiger
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Die Howey Mansion in Florida ist unter Einheimischen bereits eine Legende. Nicht nur wegen der rauschenden Feste, die der Hausbesitzer in den 1920er-Jahren feierte, sondern auch wegen der Geister, die die Villa noch heute heimsuchen sollen.

Die Howey Mansion in Florida ist unter Einheimischen bereits eine Legende. Nicht nur wegen der rauschenden Feste, die der Hausbesitzer in den 1920er-Jahren feierte, sondern auch wegen der Geister, die die Villa noch heute heimsuchen sollen.

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Das Haus hat 20 Zimmer, rund 880 Quadratmeter Wohnfläche und ein eigenes Mausoleum. Das Grundstück ist sagenhafte 1,46 Hektaren gross – das sind fast 15'000 Quadratmeter.

Das Haus hat 20 Zimmer, rund 880 Quadratmeter Wohnfläche und ein eigenes Mausoleum. Das Grundstück ist sagenhafte 1,46 Hektaren gross – das sind fast 15'000 Quadratmeter.

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Allerdings ist es auch von der Zeit gezeichnet: Seit einem Jahrzehnt wohnt niemand mehr darin, und die Witwe des Vorbesitzers war schon davor nicht mehr in der Lage, das Haus instand zu halten.

Allerdings ist es auch von der Zeit gezeichnet: Seit einem Jahrzehnt wohnt niemand mehr darin, und die Witwe des Vorbesitzers war schon davor nicht mehr in der Lage, das Haus instand zu halten.

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Die Howey Mansion in Florida ist unter den Einheimischen bekannt. Viele Legenden ranken sich um das herrschaftliche Haus, in dem mehrere Besitzer ums Leben kamen. Am Donnerstag soll es für 480'000 Dollar verkauft werden.

Mit Zitronen reich geworden

Erbauer des Hauses war William Howey, eine kleine Berühmtheit in der Gegend. Zu einer Feier in seinem 20-Zimmer-Haus lud der 44-Jährige Anfang des 20. Jahrhunderts 15'000 Gäste ein. Das gesamte Ensemble der New York Civic Opera Company wurde zur Unterhaltung der Gäste engagiert und eine Parade von mehr als 4000 Autos lieferten die Besucher vor den Toren der Villa ab.

Howey konnte sich das leisten: Der Unternehmer wurde mit dem Anpflanzen und dem Verkauf von Zitrusfrüchten steinreich. Und nicht nur das: Er stellte Hunderte von Amerikanern ein, baute auf seinem Grundstück Unterkünfte und Hotels und verkaufte viele davon gewinnbringend.

Eine eigene Stadt im Vorgarten

Irgendwann lebten so viele Menschen auf Howeys Grundstück, dass daraus eine eigene Stadt wurde: Howey-in-the-Hills existiert seit 1925. Natürlich war William dort eine Weile Bürgermeister, er gab sein Amt erst 1936, zwei Jahre vor seinem plötzlichen Tod, ab.

In einer eigenen Stadt gibt es natürlich auch einen eigenen Friedhof – oder, in Howeys Fall, zumindest ein Mausoleum. Dort wurde nicht nur der Unternehmer begraben, sondern auch diverse andere Verstorbene aus seiner Stadt. Laut Legenden spuken die meisten Toten noch heute auf dem Grundstück herum und erschrecken Besucher.

Weitere Todesfälle

Howeys Witwe lebte nach seinem Tod noch 43 Jahre in der Villa, bis sie 1981 verstarb. Danach war die Villa kurz in einem Register für schützenswerte Gebäude aufgeführt, wurde aber sehr bald vom vermögenden Ehepaar Zona gekauft. Es sollte ihnen kein Glück bringen. Im Jahr 2000 verstarb der Ehemann nach langer Krankheit.

Seiner Witwe, Marvel Zona, ging das Geld aus. Zu teuer waren die erfolglosen Behandlungen ihres Mannes gewesen, zu viel kostete der Unterhalt des gigantischen Grundstücks. Als schliesslich auch noch ihre eigene Gesundheit nachliess, beschloss sie, das Haus zu verkaufen.

Ein schlechter Deal

Ursprünglich sollte es in ein Museum umgewandelt werden, was aber aus gesetzlichen Gründen nicht möglich war. Marvel Zona, deren Zustand sich mit den Jahren stark verschlechterte, machte darauf einen schwerwiegenden Fehler: Sie vertraute einem zwielichtigen Immobilienhändler und nahm einen Kredit auf.

Innert zwei Jahren war Zona in einem Altersheim und die Villa stand vor der Zwangsvollstreckung. Da sich niemand zuständig fühlte und potenzielle Käufer den Preis drücken wollten, verfiel das Haus in den folgenden Jahren. Kein Wunder: Zum damaligen Kaufpreis von zwei Millionen wäre laut Experten noch mindestens eine weitere Million an Renovationskosten dazugekommen.

Ziel von Vandalen

Ein verlassenes Haus zieht allerlei Menschen an: neugierige Entdecker, aber auch partywütige Teenager und Vandalen. 2010 öffnete die Bank, die Howey Mansion nun besitzt, die Türen für eine Liquidation. Kronleuchter und noch nutzbare Möbelstücke wurden an den Meistbietenden verkauft.

Trotz der geschlossenen Tore versuchen immer noch viele Besucher, einen Blick in das sagenumwobene Haus zu werfen. Viele von ihnen erzählen von mysteriösen Geräuschen, Türen, die von selbst zufallen, und Stimmen, die nach ihnen riefen – besonders in der Nähe des Mausoleums.

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