Aktualisiert 21.01.2005 15:41

«Ein ungewöhnlicher Geruch»

Die Polizei hat in Geschäftshäusern in der Stadt Zürich zwei professionell betriebene Indoor-Hanfplantagen ausgehoben.

Dabei wurden rund 80 Kilogramm Hanfkraut im Wert von über 100.000 Franken sichergestellt. Ein 32-jähriger Schweizer sowie seine um ein Jahr jüngere Ehefrau wurden festgenommen, wie die Polizei mitteilte.

Auslöser der Aktion war «ein ungewöhnlicher Geruch», den die Anwohner eines Geschäftshauses über längere Zeit wahrgenommen hatten und deshalb die Polizei einschalteten, wie aus einer Mitteilung der Zürcher Stadtpolizei vom Freitag hervorgeht. Im Untergeschoss des Hauses trafen die Ermittler auf ein mit mehreren Gängen und Türen gesichertes Indoor-Treibhaus. Dort wurden rund 550 Hanfpflanzen und Hanfstecklinge gezüchtet. Rund ein Drittel stand unmittelbar vor der Erntereife. Zudem wurden rund 2,6 Kilogramm Marihuana sicher gestellt. Im Nebenraum stiessen die Polizisten auf Haschischpressen, Waagen, Vakumiermaschinen und Verpackungsmaterial.

Die professionelle Einrichtung habe Hochleistungslicht, Wärmequellen sowie ein spezielles Bewässerungssystem umfasst. Dazu habe auch eine Lüftungsanlage mit Aktivkohlefiltern gehört, mit der verhindert werden sollte, dass der verräterische Geruch nach aussen dringt. Eine anschliessende Hausdurchsuchung am Wohnort des Tatverdächtigen förderte eine zweite Cannabiszucht mit 320 Hanfpflanzen zu Tage. Die Qualität der gezüchteten Cannabispflanzen wurde von der Polizei als hervorragend bezeichnet. So betrage ihr voraussichtlicher THC-Gehalt, der eigentliche Drogen-Wirkstoff, zwischen fünf und zehn Prozent. Der gesetzlich erlaubte Grenzwert für den bewilligungsfreien Anbau von Industriehanf liegt bei 0,3 Prozent THC. Sämtliche Hanfpflanzen wurden durch die Polizei abgeerntet und sollen vernichtet werden, sobald ein richterlicher Beschluss dafür vorliegt. (dapd)

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