Messerattacke auf Frau: «Ein untypischer Fall, schlimm»
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Messerattacke auf Frau«Ein untypischer Fall, schlimm»

Ein maskierter Eindringling hat in der Nacht auf Donnerstag im aargauischen Bergdietikon eine Frau im Schlaf überrascht und mit einem Messer niedergestochen. Neben ihr im Bett schlief ihr Kleinkind. Die Frau überlebte schwer verletzt. Es gibt eine Spur.

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meg/sda/ap

«Kein vergleichbarer Fall» sei ihm aus dem Kanton Aargau bekannt. Und auch sonst spricht Bernhard Graser, Sprecher der Aargauer Kantonspolizei, von einem «untypischen Fall, der umso schlimmer ist». Um 01.20 Uhr in der Nacht auf Donnerstag dringt ein unbekannter, mit einer Sturmhaube maskierter Täter in das Schlafzimmer einer 39-jährigen Frau im aargauischen Bergdietikon ein. Die Mutter wird aus dem Schlaf gerissen. Sie kann noch um Hilfe schreien, dann sticht der Unbekannte mit einem Messer zu. Unvermittelt. Neben ihr liegt ihr Kleinkind. Ihr zweites Kind schläft im Kinderzimmer. Die Kinder sind zwischen zwei und fünf Jahre alt. Die Mutter wird schwer verletzt.

Die Nachbarn werden durch die Hilfeschreie aus dem Schlaf gerissen, das Ehepaar reagiert sofort. Die Frau alarmiert die Polizei, der Ehemann geht ins Nachbarhaus. Dort findet er die 39-jährige Schweizerin schwer verletzt und stark blutend im Erdgeschoss. Trotz ihrer schweren Verletzungen ist sie ansprechbar. Wenige Minuten später erscheint eine Patrouille der Polizei und die Ambulanz.

Zwei paar Schuhe, zwei Täter?

Das Motiv, die Hintergründe? Völlig unklar. Auch, ob sich Täter und Opfer gekannt haben, sei nicht auszuschliessen. «Wir ermitteln in alle Richtungen», sagt Polizeisprecher Graser. Als wahrscheinlichste Möglichkeit gilt derzeit ein Einbruchdiebstahl. Noch fehlt aber jede Spur. Fast jede Spur. Einen Anhaltspunkt findet die Polizei vor der Haustüre. Dort stellt sie zwei paar Schuhe sicher. Die Polizei geht deshalb davon aus, dass sie es mit zwei Tätern zu tun hat. Wahrscheinlich, so vermutet die Polizei, flüchteten sie ohne Schuhe. Auch der Nachbar sieht noch eine Person wegrennen.

Die Frau wird im Universitätsspital Zürich noch in der Nacht operiert. Die Ärzte bezeichnen ihren Zustand als stabil. Die Polizei hofft, die Frau so schnell wie möglich befragen zu können. Erste Auskünfte konnte sie unmittelbar nach der Tat geben. Sie beschrieb den Angreifer als ein mit einer Sturmhaube maskierten Mann. Mehr ist nicht bekannt. Ihr Ehemann war zur Tatzeit ausser Haus. Die Kleinkinder wurden zunächst von den Nachbarn betreut und wurden nun Bezugspersonen aus der Familie übergeben.

Ein untypischer Fall, ein schlimmer Fall, sagte Graser. Denn: «Normalerweise ergreifen die Täter die Flucht, wenn sie überrascht werden.»

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