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Pädophilen-Ring«Ein Vater, der so was tut, ist ein Sadist»

Mehrere Väter haben ihre eigenen Söhne sexuell missbraucht und sie anderen Männern als Sexobjekt angeboten. Einen solchen Fall hat es in der Schweiz noch nie gegeben. Jetzt ermittelt Bundeskriminalpolizei.

Die Polizei hat diesen Ring von Pädokriminellen im letzten Mai auffliegen lassen. Noch immer laufen umfangreiche Ermittlungen, wie die «SonntagsZeitung» berichtet. In Haft sitzt zurzeit ein in der Schweiz wohnhafter 31-jähriger Deutscher. Er ist teilweise geständig. Zwei Schweizer stehen ebenfalls unter dringendem Tatverdacht. Die Polizei schliesst nicht aus, dass weitere Männer involviert sind, die bisher anonym geblieben sind.

Es handle sich um ein laufendes internationales Verfahren, sagte eine Sprecherin des Bundesamtes für Polizei (fedpol) zu dem Bericht der «SonntagsZeitung». Das fedpol stehe in Kontakt mit den zuständigen Behörden. Zum weiteren Verlauf der Ermittlungen könnten daher keine Auskünfte gegeben werden.

Untersuchung auch im Ausland

Auch im Ausland sind Untersuchungen im Gang. Die Väter lernten sich im Internet kennen. Sie bildeten eine Interessengemeinschaft und liehen sich zwischen Sommer 2007 und Mai 2008 ihre sechs- bis elfjährigen Söhne aus. Die Knaben befinden sich seit Mai 2008 an einem geschützen Ort, wie die kantonale Strafverfolgungsbehörde sagt.

Fachleute sind schockiert: «Ein Vater, der so was tut, ist ein Sadist», meint Andreas Frei, Leiter des Forensischen Dienstes der Luzerner Psychiatrie. Das Kommissariat für Pädophilie und Pornografie der Bundeskriminalpolizei erhielt im letzten Jahr 414 Meldungen wegen sexuellen Handlungen mit Kindern – doppelt so viel wie im Vorjahr.

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