Heute und morgen: Ein Versprechen für 2015
Aktualisiert

Heute und morgenEin Versprechen für 2015

Die Mannschaft von Trainer Petkovic bestätigte beim 2:2 in Polen, dass sie Spass am Fussballspielen hat – und noch mehr Spass machen kann.

von
Eva Tedesco
Breslau

Fabian Frei erzielte gegen Polen den Ausgleich zum 2:2 und sagt: «Im Moment bin ich schon ein bisschen stolz.» (Video: 20 Minuten)

Es ist ja so eine Sache mit Freundschaftsspielen im November. Die Saison dauert schon lange, die Temperaturen sind wenig anmächelig. Die Spieler sind mit europäischen Klubbewerben und Meisterschaft ausgelastet und so könnte der eine oder andere gerne auf diesen Zusatztermin mit der Nati verzichten. Dementsprechend uninspiriert waren Auftritte zum Abschluss eines Länderspiel-Jahres in der Vergangenheit. Aber nicht am Dienstag in Breslau und nicht unter Nati-Coach Vladimir Petkovic. Die beiden Teams zeigten ein munteres Spielchen, das von Anfang bis Schluss animiert und unterhaltsam war.

«Es war sehr intensiv gegen diesen starken Gegner. Man hat gesehen, dass sie den amtierenden Weltmeister Deutschland nicht umsonst 2:0 geschlagen haben», sagt Fabian Frei. Der Basler Mittelfeldspieler gehört seit längerem dem erweiterten Kader der Nationalmannschaft an.

Erstes Länderspieltor macht Frei stolz

Sein letzter Einsatz ist allerdings lange her. Zuletzt spielte er am 29. Februar 2012. Frei musste fast 1000 Tage warten, bis er zu seinem 5. Länderspiel kam – und krönte es mit dem ersten Treffer, der gleichzeitig den 2:2-Ausgleich gegen Polen bedeutete. «Das ist eine sehr schöne Freude, die ich mir selber machen konnte und es macht mich im Moment ein bisschen stolz.» Der Frauenfelder zeigte in der guten halben Stunde (62. für Gelson Fernandes), dass er eine gute Alternative auf der Position im defensiven Mittelfeld ist.

«Ich wünsche mir, dass mir die Spieler Kopfzerbrechen verursachen, die nicht so häufig zum Einsatz kommen», sagte Vladimir Petkovic vor dem Spiel. Der Nati-Coach wird wohl einen erhöhten Bedarf an Aspirin haben. Neben Frei hat auch Roman Bürki gezeigt, dass die Schweiz hinter der Nummer 1 Yann Sommer einen starken Ersatz hat. Roman Bürki spielte ein überzeugendes Debüt und liess Polens Superstar und Bayern-Stürmer Robert Lewandowski fast verzweifeln.

Falsche Entscheidungen getroffen

Allerdings war es nicht fehlerfrei, wie Bürki selbstkritisch zugibt. Denn der Freiburg-Keeper war an der zwischenzeitlichen Führung der Polen mitschuldig, als er einen missglückten Ausflug aus seinem Strafraum mit einem Foul an Lewandowski abschloss und den Freistoss verursachte, der zum 2:1 von Milik führte.

«Auf der einen Seite bin ich zufrieden über das, was ich gut machen konnte. Aber als Goalie legt man viel Wert auf die Analyse von Dingen, die man nicht so gut gemacht hat. Ich kam vor dem 2:1 unnötig aus dem Tor und habe die falsche Entscheidung getroffen», so Bürki. «Der Freistoss war aber sehr gut getreten.» «Das 2:2 ist schliesslich ein gerechtes Resultat und wir können sagen, dass wir uns hier gut verkauft haben», schliesst Bürki sein Fazit ab. «Mit der einen oder anderen glücklicheren Entscheidung hätten wir in Breslau aber auch gewinnen können.»

Von A bis Z unterhaltsam

Mit dem Treffer zum 2:2 gab es dann aber nicht nur für den ehemaligen GC-Goalie einen positiven Ausgang, sondern ein kleines Happy End für die gesamte Mannschaft. Die Nati hat nach dem schwachen Auftakt in die EM-Kampagne mit zwei Niederlagen gegen England und Slowenien den Rank wieder gefunden und nunmehr drei Spiele in Folge (San Marino, Litauen und Polen) nicht mehr verloren. Viel mehr noch: Sie hat den Spassfussball vom Samstag gegen Litauen bestätigt und von A bis Z ein unterhaltsames Freundschaftsspiel gezeigt.

Das sieht auch Polens Captain und Bayern-Superstar Robert Lewandowski so. «Wir wussten, dass die Schweiz an der WM in Brasilien gespielt hat und dass es kein einfaches Spiel wird. Sie haben viele gute Spieler und sind immer gefährlich. Für die Zuschauer war das ein sehr gutes Spiel mit sehr vielen Offensivaktionen und vier Toren, und auch wenn wir nicht hundertprozentig zufrieden sind, haben wir doch sehr gut gespielt.»

Ein Versprechen für 2015

Zufrieden war auch Petkovic: «Man hat auch gegen Polen gesehen, dass meine Mannschaft Lust am Fussballspielen hat. Es fehlt uns noch der letzte Punkt, die letzten Pässe, die letzten Flanken, dann werden wir noch viel produktiver.»

Was für ein Versprechen. Mit diesen Aussichten verabschiedet sich die Nati in die Winterpause. Den nächsten Auftritt hat die A-Auswahl Ende März 2015 mit dem EM-Qualifikationsspiel gegen Estland.

In Litauen auf Kunstrasen Es wird eine lange Saison für Nationalspieler: Das letzte EM-Qualifikationsspiel vor der Sommerpause geht am 14. Juni 2015 auswärts in Litauen über die Bühne – eine Woche nach dem Cupfinal und zwei Wochen nach dem Meisterschaftsfinal in der Schweiz und gar drei Wochen nachdem die Bundesliga in die Pause geht. Ein unglücklicher Terminplan, aber unumstösslich, weil von der Uefa so bestimmt. Erschwerend kommt dazu, dass die Schweiz, das Auswärtsspiel im Vetra-Stadion in der litauischen Hauptstadt Vilnius austragen wird – und das auf Kunstrasen. Dafür wird im Frühjahr eine neue künstliche Unterlage verlegt.

In Litauen auf Kunstrasen Es wird eine lange Saison für Nationalspieler: Das letzte EM-Qualifikationsspiel vor der Sommerpause geht am 14. Juni 2015 auswärts in Litauen über die Bühne – eine Woche nach dem Cupfinal und zwei Wochen nach dem Meisterschaftsfinal in der Schweiz und gar drei Wochen nachdem die Bundesliga in die Pause geht. Ein unglücklicher Terminplan, aber unumstösslich, weil von der Uefa so bestimmt. Erschwerend kommt dazu, dass die Schweiz, das Auswärtsspiel im Vetra-Stadion in der litauischen Hauptstadt Vilnius austragen wird – und das auf Kunstrasen. Dafür wird im Frühjahr eine neue künstliche Unterlage verlegt.

Ein Testspiel auf Kunstrasen hätte sich deshalb angeboten. Eine Offerte dafür hat der SFV aus Weissrussland erhalten. Allerdings hat der Verband das Angebot abgelehnt. Nati-Trainer Vladimir Petkovic bevorzugt in der Schweiz zu bleiben, und da auf künstlichem Untergrund zu trainieren. (ete)

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