Zirkus-Boom in Bern: Ein Volk von Artisten, Jongleuren und Clowns

Aktualisiert

Zirkus-Boom in BernEin Volk von Artisten, Jongleuren und Clowns

Die Zirkusschule Bern kann sich vor Anmeldungen kaum retten. Einige Kurse sind total ausgebucht. Weil eine fixe Kurslocation fehlt, haben die Initianten trotzdem Geldsorgen.

von
meo
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Eine Neo-Artistin zeigt am Tag der offenen Tür ihr Können.

Eine Neo-Artistin zeigt am Tag der offenen Tür ihr Können.

Gerade die Kinderkurse in der Berner Zirkusschule sind sehr beliebt.

Gerade die Kinderkurse in der Berner Zirkusschule sind sehr beliebt.

Balanceakt auf rollendem Fass.

Balanceakt auf rollendem Fass.

Viele Berner und ihre Kids scheinen eine grosse Liebe für den Zirkus zu haben. Nicht nur passiv als Zuschauer, sondern auch aktiv in der Manege. Damit die vielen Möchtegern-Artisten, Jongleure und Clowns ihrem Hobby frönen können und dabei erst noch besser werden, hat Tania Steiner (42) vor einem Jahr die Zirkusschule Bern gegründet. Mittlerweile beschäftigt die Zirkusschule sechs bis acht Instruktoren, führt während der Saison wöchentlich 15 Kurse mit bis zu 20 Teilnehmern durch und muss für die beliebtesten Angebote bereits Wartelisten führen. «Ich hätte nie gedacht, dass meine Idee so schnell so grossen Anklang findet», sagt Steiner.

Hohes Niveau in einigen Kursen

Ob Akrobatik am Boden oder in der Luft, Jonglage, Clownerie oder Equilibristik wie etwa das Balancieren auf dem Seil oder auf Gegenständen – das Angebot der professionellen Ausbildner ist vielfältig und das Niveau zum Teil sehr hoch. «Eine 17-jährige Schülerin von uns hat erst gerade in Frankreich die Aufnahmeprüfung einer professionellen Artistenschule bestanden», sagt Artistin und Zirkuspädagogin Steiner.

Stetiger Kampf mit den Finanzen

Trotz Erfolgen und dem grossen Interesse ist das Führen der Schule ein stetiger Kampf mit den Finanzen: «Wir arbeiten bis jetzt alle ehrenamtlich und verdienen keinen Rappen», sagt Steiner. Und es fehle an einer eigenen Kurslocation. «Wir müssen uns in Turnhallen einmieten und teure Tagesmieten bezahlen.» Erst kürzlich hätten sie für vier Tage rund 1400 Franken hingeblättert. Zudem sei das benötigte Zirkusmaterial teilweise sehr teuer und schwer. «Deshalb suchen wir dringend eine geeignete Bleibe für unsere Schule», sagt Steiner. Ideal sei etwa die Wifag-Halle, jedoch mit einer Monatsmiete von 8000 Franken für die Zirkusschule unbezahlbar. «Für uns realistisch wäre eine Miete von 2500 bis 3000 Franken», sagt Steiner.

Drei Jahre will Tania Steiner sich und ihrer Schule Zeit geben, um selbsttragend wirken zu können. «Spätestens dann möchte ich, dass wir geregelte Arbeitsbedingungen und einen minimalen Lohn anbieten können», sagt die Artisten-Macherin.

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