Diego Benaglio: «Ein Wachrütteln hat es nicht gebraucht»
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Diego Benaglio«Ein Wachrütteln hat es nicht gebraucht»

Nati-Trainer Ottmar Hitzfeld lobte Diego Benaglio nach dem Sieg gegen Honduras explizit. Die Nummer 1 im Kasten der Nationalmannschaft gab das Lob zurück - ans Team.

von
Eva Tedesco
Manaus

Auf dem Flug von Manaus zurück ins Basecamp in Porto Seguro konnte die Nati den Sieg gegen Honduras etwas feiern und vor allem die Qualifikation für den WM-Achtelfinal, in dem sie auf Argentinien treffen wird, geniessen. «Mit Argentinien beschäftigen wir uns ab morgen», sagte Diego Benaglio auf dem Weg aus dem Bauch der Arena de Amazonia.

Diego Benaglio, hat das 2:5 gegen Frankreich die Mannschaft wachgerüttelt?

Diego Benaglio: Ein Wachrütteln hat es nicht gebraucht, aber jedem musste erst klar werden, dass wir die Qualifikation erst vergolden können, wenn wir den Achtelfinal erreichen und dafür mussten wir alles tun. Das haben wir mit einer tollen Leistung untermauert und dürfen stolz darauf sein, dass wir die Schweiz in einen Achtelfinal an einer WM geführt haben.

Der Auftritt der Nati in Manaus war geprägt von Solidarität. Ist das die neue Schweiz?

Wir sind nach der harten Niederlage gegen Frankreich noch enger zusammengerückt, es hat der Hinterletzte verstanden, worum es geht, was wir erreichen können und das hat man auf dem Platz gesehen. Wir mussten uns auch in Erinnerung rufen, was uns in der Qualifikation so stark gemacht hat. Wir haben gewusst, dass es eine richtig gute Reaktion braucht auf das Frankreich-Spiel und das haben wir optimal umgesetzt.

In dieser letzten Qualifikation geriet die Mannschaft nach einem peinlichen Remis zu Hause gegen Island und vor der darauffolgenden wichtigen Begegnung in Norwegen in eine ähnliche Situation. Konnte man aus dieser Erfahrung profitieren?

Vielleicht hat man sich noch daran erinnert, dass man schon einmal bei der Reaktion auf eine so schwierige Situation richtig reagiert hat. Genau in diese Richtung ist es auch gegangen. Wir mussten uns in Erinnerung rufen, dass man dafür etwas machen muss und genau das haben wir getan. Umso schöner ist, dass wir so dominant aufgetreten sind, uns unterm Strich aus eigener Kraft für den Achtelfinal qualifiziert haben. Und genau so eine Leistung und keinen Prozent weniger braucht es gegen Argentinien.

Welche Chancen räumen Sie der Nati gegen Argentinien ein?

Argentinien ist eine der besten Mannschaften der Welt und ich denke, somit ist auch die Frage nach der Favoritenrolle in diesem Spiel relativ klar. Im Fussball ist schon vieles passiert, das nicht unbedingt vorhersehbar war. Wir müssen in erster Linie an den positiven Sachen aus der Vorrunde anknüpfen und die weniger guten weiter verbessern. Aber wir werden alles daran setzen, es den Argentiniern so schwer wie möglich zu machen.

Wie gross ist die Vorfreude eines Profi-Fussballers auf die Begegnung mit Messi und Co?

Das Duell Benaglio/Messi hatten wir ja schon einmal. Natürlich freut man sich sehr, im Achtelfinal der WM dabei zu sein. Das war unser grosses Ziel. Das haben wir geschafft, aber dass wir uns jetzt nicht einfach nur zurücklehnen und sagen «es war schön», versteht auch jeder. Wir werden alles daransetzen, dass Spiel optimal vorzubereiten.

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