20.06.2018 16:25

Friedliche Fans

Ein WM-Fest der Liebe statt der Hiebe

Die Weltmeisterschaft in Russland ist bisher als friedliche Party zu werten. Es gibt nur ein Problem zu beklagen.

von
Sebastian Rieder, Wolgograd
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Die Erinnerungen an die EM 2016, als russische Chaoten in Marseille auf englische Fans losgingen, verblassen in Wolgograd. Auch nach dem 2:1-Sieg der Engländer kommt es zu keinerlei Reibereien mit den Tunesiern und Russen. Die Fans feiern sogar gemeinsam.

Die Erinnerungen an die EM 2016, als russische Chaoten in Marseille auf englische Fans losgingen, verblassen in Wolgograd. Auch nach dem 2:1-Sieg der Engländer kommt es zu keinerlei Reibereien mit den Tunesiern und Russen. Die Fans feiern sogar gemeinsam.

AFP/Maxim Zmeyev
Viele lokale Fans schmücken sich gleich selber mit rot-weissen Fahnen und feuern die Three Lions an.

Viele lokale Fans schmücken sich gleich selber mit rot-weissen Fahnen und feuern die Three Lions an.

AFP/Maxim Zmeyev
Die Bilanz nach dem ersten Drittel der Gruppenphase: Es ist ein Fest der Liebe statt der Hiebe.

Die Bilanz nach dem ersten Drittel der Gruppenphase: Es ist ein Fest der Liebe statt der Hiebe.

AFP/Philippe Desmazes

Sie haben es noch rechtzeitig geschafft. Zuerst der Flug von London nach Moskau, dann eine Zugfahrt über 20 Stunden von der russischen Hauptstadt bis nach Wolgograd. Eine kleine Gruppe aus Manchester steht zwei Stunden vor dem Anpfiff zwischen England und Tunesien am Bahnhof Wolgograd und ist erleichtert, dass die umständliche Reise an die WM ohne Zwischenfälle über die Bühne gegangen ist.

«Russland ist der friedlichste Ort, überall, wo wir ankamen, haben uns die Leute willkommen geheissen», sagt Tom, der – trotz Hochrisikospiel – mit seinem roten Shirt keine Angst davor hat, für sein Land Farbe zu bekennen. Die Erinnerungen an die EM 2016, als russische Chaoten in Marseille auf englische Fans losgingen, verblassten spätestens in der Wolgograd-Arena, als die über 40'000 Zuschauer den Fussball zelebrierten.

«Wir lieben den englischen Fussball»

Auch nach dem 2:1-Sieg der Engländer kam es zu keinerlei Reibereien mit den Tunesiern und Russen. Im Gegenteil: Viele lokale Fans schmückten sich gleich selber mit rot-weissen Fahnen und feuerten die Three Lions an.

«Wir lieben den englischen Fussball, die Premier League ist der Hammer», sagt Roman, der in Wolgograd aufgewachsen ist und sich schon als Kind für Chelsea begeisterte. Es ist ein Beispiel, wie viel Freude die WM im ganzen Land ausgelöst hat.

Die Bilanz nach dem ersten Drittel der Gruppenphase: Es ist ein Fest der Liebe statt der Hiebe. Einziger Wermutstropfen: Nicht alle 17 Spiele waren ausverkauft.

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