Aktualisiert 20.08.2013 12:19

Jonas HofmannEin Youngster stellt die Stars in den Schatten

Dortmunds Toptorjäger bissen sich gegen Eintracht Braunschweig die Zähne aus. Dann wechselte Trainer Jürgen Klopp Jonas Hofmann ein: Der 21-Jährige kam, traf und strahlte.

von
pre

«Ich muss mich erst einmal ausruhen», meinte Jonas Hofmann in den Katakomben des Signal-Iduna-Parks sichtlich erschöpft, aber überglücklich. Der BVB-Mittelfeldspieler strahlte übers ganze Gesicht, er hatte sich soeben zum neuen Liebling der Südtribüne gemacht. «Meine Freundin ist zu Besuch, wir werden uns einen gemütlichen Abend machen.» Doch so schnell ging das nicht. Bevor der Youngster den Weg nach Hause antreten konnte, musste er noch die unzähligen Fragen der Journalisten beantworten.

Mit seinem Treffer zum 1:0 hatte das 21-jährige Nachwuchstalent Borussia Dortmund im zweiten Saisonspiel gegen Eintracht Braunschweig doch noch auf Kurs gebracht. Nur weil Hofmann sieben Minuten nach seiner Einwechslung den Knoten bei den Schwarz-Gelben löste und den Weg zum 2:1-Sieg ebnete, liegt der BVB vor den Bayern ohne Punktverlust an der Tabellenspitze. Jetzt fragen sich natürlich alle, wer dieser Jonas Hofmann überhaupt ist.

In Hoffenheim aussortiert

«Er kann Fussball spielen, ist supersymphatisch, hat Abitur, kommt aus gutem Haus», beschreibt Dortmund-Trainer Jürgen Klopp den jungen Mittelfeldmann. Schon seit zwei Jahren spielt er beim BVB. 2011 kam Hofmann zum Nulltarif aus Hoffenheim. Dort glaubte man, er tauge nicht zum Bundesliga-Profi und schob ihn ab. Auch in Dortmund war der Start beschwerlich. Die Partie gegen Braunschweig war erst das fünfte Bundesliga-Spiel des lange Verschmähten.

Im Sommer 2012 durfte Hofmann erstmals bei den Profis vorspielen. Weil Klopp zu Beginn der damaligen Saisonvorbereitung zahlreiche EM-Teilnehmer fehlten, ging der U21-Nationalspieler mit ins Trainingslager. «Kloppo» gefielen Hofmanns Dynamik und feine Technik, und fortan durfte er zwischen der zweiten Mannschaft und den Profis pendeln. Sein Bundesliga-Debüt gab Hofmann schliesslich im Dezember - ausgerechnet gegen Hoffenheim.

Doch seine Zeit war noch nicht reif und Hofmann akzeptierte das. Auch wenn er nach einer harten Trainingswoche mit den Stars wieder zu den Amateuren abgeschoben wurde. Seine erste echte Chance hat er nun genutzt und seine namhaften Mannschaftskollegen wie Robert Lewandoswki, Pierre-Emerick Aubameyang oder Henrich Mchitarjan in den Schatten gestellt.

Klopps Philosophie: Talenten eine Chance geben

Und Hofmann ist zuzutrauen, dass er den BVB, der im Sommer fast 50 Millionen Euro in neue Stars investiert hat, seinen Weg gehen wird. Klopp will willigen Talenten die Chance geben, sich zu zeigen und weiterzuentwickeln. «Wir können eben nicht wie der FC Bayern jede Position doppelt besetzen, und wir können das nicht ausschliesslich mit Geld hinkriegen», sagt der BVB-Trainer mit einem kleinen Seitenhieb in Richtung München. «Wir wollen auch weiterhin ganz jungen Burschen die Möglichkeit bieten, auch mal in die Lücke zu springen. Zur Entwicklung gehört auch Perspektive.»

Und Hofmann ist nicht das einzige Talent, das im BVB-Kader schlummert. Der 19-jährige Stürmer Marvin Ducksch durfte gegen Braunschweig in der Nachspielzeit seinen Einstand geben und war beim Erstrundensieg im DFB-Pokal bei Wilhelmshaven der Mann des Spiels. Ein weiteres Juwel ist Erik Durm, 21 Jahre alt und ebenfalls Stürmer. Er kam beim Auftakt in Augsburg zu seinem Debüt, wurde für Robert Lewandsowski eingewechselt. Die offensive Zukunft bei den Schwarz-Gelben sieht also rosig aus.

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