Ein (zu) fester Händedruck
Aktualisiert

Ein (zu) fester Händedruck

Eine Geste der Sympathie war es definitiv nicht: Eine Anwältin hat in Florida eine Nacht im Gefängnis verbracht, nachdem sie die Hand einer Kollegin etwas zu heftig geschüttelt hatte.

Die Bundesanwältin Jennifer Keene hatte gerade in einem Gericht in Fort Lauderdale das Verfahren gegen Anthony Rentas erfolgreich zum Abschluss gebracht. Er war angeklagt, gegen seine Bewährungsauflagen in einem Fall von Kokainhandel verstossen zu haben, und wurde zu 90 Tagen Hausarrest verurteilt. Darauf näherte sich seine Ehefrau Kathy Brewer Rentas, eine Anwältin, und bestand darauf, der Anklägerin die Hand zu schütteln.

Dabei packte die 49-Jährige kräftig zu. «Sie hob den Arm und zog ihn dann mit einer raschen Bewegung nach unten, so dass Jennifer Keene nach vorne taumelte und fast gestürzt wäre», schilderte ein Beamter des Gerichts den Vorfall. Durch die Heftigkeit der Bewegung sei der Arm beinahe ausgerenkt worden, so der Beamte weiter.

Bis ein Jahr Gefängnis

Die US-Bundesanwaltschaft nimmt den Fall keineswegs auf die leichte Schulter. Der Angriff auf eine Bundesbeamtin sei eine ernsthafte Angelegenheit, sagte eine Sprecherin gemäss Medienberichten. «Als Juristin müsste Kathy Brewer Rentas das wissen.»

Diese betonte, sie habe Jennifer Keene nicht verletzen wollen. Trotzdem verbrachte sie eine Nacht im Gefängnis. Freigelassen wurde sie gegen eine Kaution von 100 000 Dollar und mit der Auflage, sich in psychologische Behandlung zu begeben. Im Fall einer Verurteilung muss sie mit bis zu einem Jahr Gefängnis rechnen.

(pbl)

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