Aktualisiert 11.06.2011 08:35

EM-Auftaktspiel

«Ein Zückerchen auf dem Eis»

Vor neun Jahren wurde erstmals eine Schweizer Auswahl Europameister: Am 9. Mai 2002 sicherte sich die U17-Nationalmannschaft von Trainer Markus Frei den Titel – in Dänemark.

von
Eva Tedesco, Aalborg

Ob das für die U21-Nationalmannschaft ein gutes Omen ist – wer weiss. Ob von den Jungstars noch einer dran denkt – eher unwahrscheinlich. Sicher ist, dass die Mannschaft von U21-Nati-Coach Pierluigi Tami mit vielversprechenden Erfolgsaussichten und der berechtigten Hoffnung auf ein gutes Abschneiden in das EM-Turnier steigt. Am Samstag geht es mit dem Eröffnungsspiel gegen Gastgeber Dänemark los. Trainer und Spieler sind sich der Erwartungshaltung bewusst. Dem Selbstvertrauen der Schweizer Equipe tut das keinen Abbruch.

«Unser primäres Ziel ist die Qualifikation für Olympia», sagt Innenverteidiger Timm Klose. Für die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2012 in London ist das Erreichen der Halbfinals ein Muss. Der ehemalige Thuner, der ab der kommenden Saison in die Bundesliga zu Nürnberg wechselt, bleibt trotz der Vorgabe optimistisch. «Wir haben alle die nötige Winnermentalität dazu. Und alles was dann noch kommt, ist ein Zückerchen auf dem Eis.»

Nati-Trainer Tami gibt die Startelf bekannt

Dieses Sahnehäubchen würde den Einzug in das Finale bedeuten. Das Selbstbewusstsein der gut besetzten U21-Nati reicht locker dazu. Der Weg ist indes steinig. Die erste Prüfung steht mit Dänemark, dem Favoriten der Gruppe A, schon im Startspiel an. Ob der Innenverteidiger dabei zum Einsatz kommt, erfährt Klose am Morgen des Spieltages, wenn Nati-Coach Tami in der Teamsitzung die Startelf bekannt gibt. «Wenn ich spiele», so Klose an einer Pressekonferenz vor dem Abschlusstraining im Aalborg Stadium, «möchte ich meine körperliche Robustheit einbringen und dafür sorgen, dass wir kein Tor kassieren. Denn das grösste Lob für einen Verteidiger ist ein zu Null.»

Die Mannschaft konnte den Gegner in einer Video-Sitzung genau studieren und sich ein Bild über die Stärken der Dänen gemacht. Klose: «Sie sind offensiv sehr stark, aber ich möchte mich mit den Besten messen, für solche Spiele gehe ich ja auf den Platz, damit auch ich besser werde.» Der Basler freut sich auf die Herausforderung. Genau gleich denkt auch Teamkollege Moreno Costanzo. Für den YB-Mittelfeldspieler steht fest, dass das Startspiel wegweisenden Charakter hat. Vom Ergebnis im ersten Spiel ist vieles abhängig für den weiteren Verlauf des Turniers. Mit einem Effort wäre bereits ein riesiger Schritt gemacht. Costanzo ist überzeugt: «Wir verfügen über sehr viel Qualität.»

Dänemark ist für die Schweiz ein guter Boden

Und sollten die Beteuerungen der Spieler noch nicht reichen, bleibt der Blick auf die Statistik. Die Schweizer Junioren haben von neuen Begegnungen gegen Dänemark nur ein einziges Spiel verloren. Am 8. Oktober 1985 setzte es eine 1:4-Niederlage in einem Qualifikationsspiel in Kopenhagen. Und wenn das alles nicht hilft, klappts vielleicht mit dem Omen und der Erinnerung an 2002: An den ersten EM-Titel einer Schweizer Auswahl – in Dänemark.

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