Qwstion: Ein Zürcher Taschenlabel macht Freitag Konkurrenz
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QwstionEin Zürcher Taschenlabel macht Freitag Konkurrenz

Ja, auch Männer brauchen eine Tasche. Fünf Freunde gründeten ihr eigenes Label, heimsten Preise ein und verkaufen in 25 Ländern dieser Welt. Eine Erfolgsstory aus Zürich.

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cls
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Hinter dem Label Qwstion stecken sie: Sebastian Kruit, Fabrice Aeberhard, Christian Kägi (hintere Reihe v.l.) sowie in der unteren Reihe Hannes Nussbaumer und Matthias Graf. (Bild: Miriam Kluka)Bild: Miriam Kluka

Hinter dem Label Qwstion stecken sie: Sebastian Kruit, Fabrice Aeberhard, Christian Kägi (hintere Reihe v.l.) sowie in der unteren Reihe Hannes Nussbaumer und Matthias Graf. (Bild: Miriam Kluka)Bild: Miriam Kluka

Die «Office Bag», eine Tasche aus der aktuellen Kollektion, aufgenommen im alten Güterbahnhof Zürich(dieses und alle folgenden Bilder: Urs Bigler).

Die «Office Bag», eine Tasche aus der aktuellen Kollektion, aufgenommen im alten Güterbahnhof Zürich(dieses und alle folgenden Bilder: Urs Bigler).

Auch Frauen finden Qwstion cool: Hier eine multifunktionale Tasche für Frauen, die «Shoulder Bag».

Auch Frauen finden Qwstion cool: Hier eine multifunktionale Tasche für Frauen, die «Shoulder Bag».

Allein der Name: Qwstion. «Ohne e, gäll», sagt Christian Kägi (34), einer der beiden Produktedesigner des Zürcher Taschenlabels. Der nicht ganz eingängige Name entspricht dem Credo der Industriedesigner, das Hinterfragen lautet. Question, die Frage, haben Kägi und seine vier Gründungsmitglieder gewählt, weil «gute Antworten bedeuten, dass man die richtigen Fragen gestellt hat».

Die richtige Frage lautet: Was ist eine gute, alltagstaugliche und stylische Tasche? Eine, in der man alles verstauen kann, um durch den Tag (und die Nacht) zu kommen, und mit der man sowohl auf dem Velo als auch im Büro, im Fitnessstudio oder im Flieger eine gute Figur macht?

Eigenes Label gegründet

Wer in urbanen Gefilden wohnt, wird die Antwort auf den Strassen sehen: die Rucksäcke von Qwstion, einem Start-up aus Zürich. Das Label wurde für diverse Schweizer Designpreise nominiert und findet auch international Beachtung. Es ist in 25 Ländern präsent. Bisher gab es Shops in Berlin, Zürich und Wien. Hongkong, Singapur und Paris werden folgen. Sogar die britische «Times» hat das Taschenlabel aufgespürt und in einem Blog das neuste Qwstion-Modell als «schmackhaftes und geschmackvolles Produkt mit Schweizer Qualitätsstandard» gelobt. Qwstion ist längst kein Geheimtipp mehr. Auch in Zürich gibts derzeit einen (temporären) Laden an der Badenerstrasse 156 in Zürich.

«Wir wollten einen Rucksack machen, der nicht wie einer aussehen sollte», sagt Fabrice Aeberhard, der zweite Kreativkopf von Qwstion. Der eleganter ist als ein gewöhnlicher Sport-Rucksack und funktioneller als eine gewöhnliche Ledertasche. Das Resultat ist der «Backpack», der nach zwei Jahren Entwicklung auf den Markt kam.

Vorbild: Fallschirmmodell

Er definierte mit vielen Detaillösungen bis heute die wesentlichen Eigenschaften von Qwstion. Es folgte die bekannte «Office Bag», eine Tasche, die zu einem Rucksack umgewandelt werden kann. Das Modell basiert auf dem Fallschirmmodell, wie es auch die Schweizer Armee kennt, und ist aus strapazierfähiger und wasserdichter Bio-Baumwolle.

Brauchen Männer eine Tasche? Diese Frage ist nicht das, was Christian Kägi gerne hört. «Wir waren von Anfang der Meinung, dass eine gute Alltagstasche sowohl für Männer wie auch für Frauen attraktiv ist», sagt er, «und mit der Männer auch gut aussehen. Qwstion macht keine Taschen mit girly Design», erklärt er. Trotzdem tragen viele Frauen die Taschen. «Es gibt eben auch viele Frauen, die eine eigenständige und zeitlose Optik mögen und nicht auf mädchenhaftes Design stehen.»

Taschen aus Zürich

Da liegt der Vergleich mit dem anderen, legendären Taschen-Label aus Zürich auf der Hand. Ist Qwstion der neue Freitag? Treten die Kreativköpfe, die unlängst auch ein Amenity Kit für die First-Class-Passagiere der Swiss entwarfen, in die Fussstapfen der beiden Brüder, die alte Planen auf der ganzen Welt salonfähig gemacht haben? «Wir mögen und respektieren die Freitags sehr«, sagt Kägi. Es sei beeindruckend, wie weit es Daniel und Markus Freitag gebracht hätten. Qwstion habe allerdings ein ganz anderes Konzept und eine andere Herangehensweise.

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