Finanzwelt: Ein zweiter Fall Madoff

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FinanzweltEin zweiter Fall Madoff

Nach dem Madoff-Skandal ist die US-Börsenaufsicht SEC offenbar einem weiteren grösseren Betrugsfall in der Finanzbranche auf der Spur. Die Behörde warf dem Milliardär Allen Stanford und drei seiner Unternehmen «massiven fortgesetzten» Betrug vor.

Dabei gehe es um ein mehrere Milliarden Dollar schweres Investment-Modell, hiess es in der SEC-Beschwerdeschrift, die bei einem Bundesbezirksgericht in Dallas einging.

Im Zentrum steht den Angaben zufolge ein Programm für Zertifikate im Umfang von acht Milliarden Dollar. Die Stanford International Bank und andere Unternehmen hätten die Zertifikate verkauft, indem sie höhere Renditen versprochen hätten, als sie von traditionellen Banken auf derartige Papiere gezahlt würden.

Als das riesige Betrugssystem des Finanzjongleurs Bernard Madoff aufgeflogen sei, habe die SIB zudem ihren Anlegern fälschlicherweise versichert, weder direkt noch indirekt davon betroffen zu sein.

Überdies habe Stanford zumindest einen Investor getäuscht, indem ihm die Auflösung eines Zertifikates mit der Auskunft verweigert worden sei, die SEC habe das entsprechende Konto gesperrt.

Vermögenswerte einfrieren

Die SEC wolle die Vermögenswerte des Unternehmens einfrieren und einen Konkursverwalter ernennen lassen, hiess es in der 25-seitigen Klageschrift weiter.

Die SEC, die Finanzaufsichtsbehörde FINRA und Regulierungsbehörden in Florida und Texas durchleuchten derzeit die Geschäfte der Stanford International Bank.

Geprüft wird, wie die Bank hohe Renditen auf Zertifikate zahlen konnte, die nach Angaben des Instituts vor allem in Aktien, Immobilien und Edelmetalle investiert sind und in den vergangenen Monaten überwiegend Wertverluste verzeichnet haben.

Die Stanford Financial Group managt eigenen Angaben zufolge Vermögenswerte von mehr als 50 Milliarden Dollar. Sie zählt 30000 Kunden in 131 Ländern.

(sda)

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