Das Kleingewerbe erzählt: «Ein zweiter Lockdown würde uns das Genick brechen»
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Das Kleingewerbe erzählt«Ein zweiter Lockdown würde uns das Genick brechen»

Die zweite Corona-Welle lässt Kleinunternehmer und KMU-Betreiber zittern. Viele haben ihre finanziellen Reserven im ersten Lockdown aufgebraucht – ihre Existenz ist bedroht. Leser erzählen, wie es ihnen geht.

von
Barbara Scherer
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Marco Volpi: «Ich führe eine Firma in der Eventbranche, Vermietung von Mobiliar und Dekoration. Im Januar hatten wir noch sechzehn Festangestellte – im Moment sind wir noch sechs, und alle Mitarbeiter sind in Kurzarbeit. Das ist die einzige Unterstützung, die wir haben. Zum Glück hatte ich Anfang Jahr genügend Reserven gebildet, und es ist alles bezahlt: Vom Mobiliar bis zu den Lastwagen – ansonsten wäre die Situation gar nicht zu meistern. Ein zweiter Lockdown würde der Firma aber das Genick brechen!»

Marco Volpi: «Ich führe eine Firma in der Eventbranche, Vermietung von Mobiliar und Dekoration. Im Januar hatten wir noch sechzehn Festangestellte – im Moment sind wir noch sechs, und alle Mitarbeiter sind in Kurzarbeit. Das ist die einzige Unterstützung, die wir haben. Zum Glück hatte ich Anfang Jahr genügend Reserven gebildet, und es ist alles bezahlt: Vom Mobiliar bis zu den Lastwagen – ansonsten wäre die Situation gar nicht zu meistern. Ein zweiter Lockdown würde der Firma aber das Genick brechen!»

Salome Christiani: «Ich bin seit zwei Jahren stolze Besitzerin eines gemütlichen Ladens in Zürich. Es ist eine grosse Herausforderung, aber es macht viel Spass. Der erste Lockdown war ein Schock und wie für alle Kleinunternehmen eine riesige Herausforderung. Ich bin dank der Treue meiner Kunden noch da. Ein zweiter Lockdown wäre für mich sehr, sehr schwierig. Ich besitze natürlich einen Onlineshop. Doch seit dem Lockdown vertreiben alle kleinen Läden ihre Ware online. Die Konkurrenz ist also gross. Ich versuche trotzdem positiv zu bleiben.»

Salome Christiani: «Ich bin seit zwei Jahren stolze Besitzerin eines gemütlichen Ladens in Zürich. Es ist eine grosse Herausforderung, aber es macht viel Spass. Der erste Lockdown war ein Schock und wie für alle Kleinunternehmen eine riesige Herausforderung. Ich bin dank der Treue meiner Kunden noch da. Ein zweiter Lockdown wäre für mich sehr, sehr schwierig. Ich besitze natürlich einen Onlineshop. Doch seit dem Lockdown vertreiben alle kleinen Läden ihre Ware online. Die Konkurrenz ist also gross. Ich versuche trotzdem positiv zu bleiben.»

Romaine Schilling: «Wir leben in Stein am Rhein und betreiben zwei kleine Boutiquen. Die erste Welle haben wir überstanden dank Unterstützung vom Bund. Der Sommer ist gut gelaufen, weil wir viele Schweizer Touristen hatten. Doch jetzt beginnt die Winterzeit, und die Touristen bleiben weg. Unsere Sommerreserven sind aber bald aufgebraucht, und mit der zweiten Welle sieht das Ganze nicht rosig aus! Ich mache mir grosse Sorgen um unseren Betrieb und hoffe, dass wir im nächsten Frühling immer noch unsere schönen Kleider und Jupes verkaufen können.»

Romaine Schilling: «Wir leben in Stein am Rhein und betreiben zwei kleine Boutiquen. Die erste Welle haben wir überstanden dank Unterstützung vom Bund. Der Sommer ist gut gelaufen, weil wir viele Schweizer Touristen hatten. Doch jetzt beginnt die Winterzeit, und die Touristen bleiben weg. Unsere Sommerreserven sind aber bald aufgebraucht, und mit der zweiten Welle sieht das Ganze nicht rosig aus! Ich mache mir grosse Sorgen um unseren Betrieb und hoffe, dass wir im nächsten Frühling immer noch unsere schönen Kleider und Jupes verkaufen können.»

Darum gehts

  • Die Zahl der Coronavirus-Fälle steigt.

  • Darunter leiden vor allem die kleinen Firmen und Selbstständigen.

  • Betroffene Leser erzählen, wie es ihnen geht.

Die zweite Corona-Welle rollt über die Schweiz. Darunter leidet das Kleingewerbe besonders. Einmannfirmen und KMU kämpfen vielerorts noch immer mit den finanziellen Folgen des ersten Lockdown. Nun geht die Angst vor einem zweiten Lockdown um.

«In dieser kritischen Situation wäre ein zweiter Lockdown Gift», sagt Swissmechanics-Präsident Roland Goethe. Das sehen auch viele Leser so. Was Selbstständigen und Betreibern von kleinen Firmen und Start-ups in der ganzen Schweiz jetzt Sorgen bereitet, erfährst du in der Bildergalerie oben.

Neue Regeln ab 19. Oktober

Der Bundesrat hat am Sonntag neue Regeln zur Eindämmung des Coronavirus bekannt gegeben. Ab Montag, 19. Oktober, sind spontane Menschenansammlungen von mehr als 15 Personen verboten. Die Maskenpflicht gilt neu in allen Bahnhöfen, Flughäfen und an Bus- und Tramhaltestellen. In Restaurants, Bars und Clubs darf nur noch im Sitzen konsumiert werden. Diese Sitz-Konsumationspflicht gilt auch an privaten Veranstaltungen. Homeoffice wird zudem wieder empfohlen.

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