Bern: Einblick in Teenager-Welt dank Videobrillen
Aktualisiert

BernEinblick in Teenager-Welt dank Videobrillen

Um den Alltag Pubertierender realitätsgetreu zu analysieren, haben Berner Forscher eine neue Methode ausgeheckt: Sie setzen den Teens Videobrillen auf.

von
Bigna Silberschmidt
Alexander Wettstein. (Bild: big)

Alexander Wettstein. (Bild: big)

Zu erforschen, wie Jugendliche ticken, was für Konflikten sie ausgesetzt sind oder mit wem sie sich abgeben, ist gar nicht so einfach: «Wir können sie ja nicht auf Schritt und Tritt mit einer Kamera begleiten und ihnen sagen, sie sollen so tun, als wären wir nicht da», so Alexander Wettstein, Erziehungswissenschaftler der PHBern. Deshalb setzt er jetzt auf eine Methode, die in der Forschung noch nie zur Anwendung kam: Videobrillen mit integrierter Mikrokamera, wie sie etwa Basejumper verwenden.

Für Wettsteins Projekt tragen derzeit zwölf 11- bis 14-jährige Berner Buben und Mädchen vom Aufstehen bis zum Ins-Bett-Gehen dieses futuristische Nasenvelo. Ob sie «Bravo» lesen, einen Liebesbrief schreiben oder heimlich Zigaretten paffen – die Kamera registriert alles. «Das Filmmaterial werten wir dann am Bildschirm Sekunde für Sekunde aus», so der Wissenschaftler. Die Daten würden vertraulich behandelt – auch die Eltern erfahren nichts über die Aktivitäten ihrer Sprösslinge.

Weil diese Forschungsart sehr zeitaufwendig sei, lägen die Ergebnisse der Studie erst im Sommer 2012 vor.

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