29.06.2020 02:55

Strafgericht BL

Einbrecher soll schwer kranken Senior zu Tode geprügelt haben

Eine Einbrecherbande räumte am 18. März 2019 ein Haus in Münchenstein BL aus. Einer der drei Männer soll dabei einen wehrlosen Hausbewohner getötet haben. Die Staatsanwaltschaft wirft allen drei Mord vor.

von
Steve Last
1 / 4
Am Montag müssen sich drei Männer wegen Mordes vor dem Baselbieter Strafgericht verantworten.

Am Montag müssen sich drei Männer wegen Mordes vor dem Baselbieter Strafgericht verantworten.

Tom Bisig
Ihnen wird vorgeworfen, am 18. März 2019 bei einem Einbruchdiebstahl in Münchenstein BL einen schwer kranken Senior getötet zu haben.

Ihnen wird vorgeworfen, am 18. März 2019 bei einem Einbruchdiebstahl in Münchenstein BL einen schwer kranken Senior getötet zu haben.

Tom Bisig
Die Baselbieter Staatsanwaltschaft geht in ihrer Anklageschrift von «besonderer Skrupellosigkeit» aus.

Die Baselbieter Staatsanwaltschaft geht in ihrer Anklageschrift von «besonderer Skrupellosigkeit» aus.

KEYSTONE

Darum gehts

  • Drei Männer sollen am 18. März 2019 in ein Haus in Münchenstein BL eingebrochen sein.
  • Einer von ihnen soll auf einen schwer kranken Hausbewohner eingeprügelt haben.
  • Das Opfer verstarb an den Folgen der Schläge in Kombination mit blutverdünnenden Medikamenten.
  • Die Staatsanwaltschaft wirft den Männern Mord vor.
  • Am Montag beginnt der Prozess vor dem Baselbieter Strafgericht.

Zu dritt sollen sich die Einbrecher am 18. März 2019 über ein Kellerfenster Zugang zu einem Einfamilienhaus in Münchenstein BL verschafft haben. Die Tat mit einem Diebesgut von insgesamt 6703 Franken forderte ein Todesopfer, wie sich später herausstellen sollte. Die rumänischen Staatsangehörigen müssen sich am Montag wegen Mordes und weiterer Delikte vor dem Baselbieter Strafgericht verantworten.

Während die Männer das Haus durchsuchten, soll der 19-jährige E.S.* auf einen der beiden Hausbewohner gestossen sein. Das Opfer, ein schwer kranker Senior, habe wehrlos im Bett gelegen, als E.S. ihm mehrmals mit der Faust auf den Vorderkopf und ins Gesicht geschlagen haben soll. Dies geht aus der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft hervor. Die Verletzungen hätten in Verbindung mit der Wirkung der blutverdünnenden Medikamente, die das Opfer wegen einer Gefässerkrankung einnahm, zum Tod geführt.

Alle drei wegen Mordes angeklagt

Die Staatsanwaltschaft wirft nicht nur dem mutmasslichen Todesschläger E.S. Mord vor, sondern auch seinen beiden Mitbeschuldigten. Er habe die Todesfolge seiner Handlungen billigend in Kauf genommen, als er auf das an ein Sauerstoffgerät angeschlossene, hilflose Opfer eingeschlagen habe. Seine Komplizen hätten nichts unternommen, um die Tötung zu verhindern, und sich damit zu Mittätern gemacht, so die Staatsanwaltschaft.

Die Staatsanwaltschaft wirft den Beschuldigten besondere Skrupellosigkeit vor. So hätten sie den Tatort zuvor ausgekundschaftet und so gewusst, dass das Haus von «zwei alten, gebrechlichen Personen» bewohnt sei. Zudem hätten sie in Kauf genommen, mit den ihnen unterlegenen Bewohnern in eine Konfrontation zu geraten – dies im Einvernehmen, in dem Fall Gewalt gegen sie anzuwenden.

*Name der Redaktion bekannt

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.