Regensdorf ZH: Einbruch und Prügelei: Kosovo-Albaner verurteilt
Aktualisiert

Regensdorf ZHEinbruch und Prügelei: Kosovo-Albaner verurteilt

Ein 20-jähriger Regensdorfer ist in Bachs ausgerechnet in das Restaurant seines früheren Lehrmeisters eingebrochen und hat in Zürich einen Passanten attackiert. Nun muss der junge Kosovare für drei Monate hinter Gitter.

von
Attila Szenogrady

Der Hauptvorwurf der Staatsanwaltschaft für Gewaltdelikte ging auf die Nacht auf den 23. August 2009 zurück. Damals begab sich der in Regensdorf aufgewachsene Kosovo-Albaner mit zwei Landsleuten nach Zürich in den Ausgang. Kurz vor Sonnenaufgang fuhr das Trio in einem Personenwagen am Bahnhofquai entlang. Dabei fuhr der Lenker auf einem Fussgängerstreifen beinahe einen heute 23-jährigen Passanten über den Haufen. Als sich der erschrockene Sanitär mit einem Fingerzeichen beschwerte, hielt das Auto sogleich an.

Fussgänger verprügelt

Die drei Männer gingen auf den Fussgänger los und verprügelten ihn. Zu den Angreifern gehörte auch der damals 19-jährige Regensdorfer, der dem Opfer einen Faustschlag verpasste. Der Geschädigte erlitt mehrere Kopfverletzungen. So eine Rissquetschwunde am rechten Auge und eine starke Prellung am linken Kiefer. Zudem eine Schwellung bis zum Halsbereich sowie einen Bluterguss am linken Oberschenkel. Neutrale Zeugen verhinderten Schlimmeres. Die Polizei konnte die Täter schon bald dingfest machen.

Auch als Einbrecher aktiv

Für die Untersuchungsbehörden war der junge Mann aus Regensdorf kein unbeschriebenes Blatt. So lief gegen ihn bereits eine Strafuntersuchung wegen einer Zürcher Unterländer Einbruchsserie aus dem Frühling 2009. So als er am 13. Juni zusammen mit einem Komplizen in das Jugendhaus Regensdorf eindrang und Kassetten mit Bargeld für 600 Franken abstaubte. Zu den weiteren Zielobjekten des Diebes gehörten das Primarschulhaus Zwingert und die Schule Petermoos in Buchs. In Bachs drang er im März 2009 auch in das Restaurant Neuhof ein, wo er einen Sachschaden für über 4000 Franken anrichtete. Es handelte sich ausgerechnet um den Arbeitsplatz, wo er früher als Lehrling angestellt war.

Freiheits- statt Geldstrafe

Am Dienstag musste sich der geständige Angeklagte vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten. Dabei kam heraus, dass er bereits im November 2008 von der Jugendanwaltschaft Unterland wegen Körperverletzung eine bedingte Freiheitsstrafe von drei Monaten kassiert hatte. Deswegen standen die Aktien des Bodenlegers nicht zum Besten. Ebenso wenig der Antrag der Verteidigerin, die sich für eine bedingte Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu 30 Franken einsetzte. Der Staatsanwalt verlangte dagegen wegen Angriffs und weiteren Delikten eine gerade noch bedingte Freiheitsstrafe von zwölf Monaten. Zudem den Widerruf der dreimonatigen Vorstrafe.

Mit Erfolg. So kam auch für das Gericht nur noch eine Freiheitsstrafe in Frage. Aufgrund einiger Rückzüge von Geschädigten setzte das Gericht acht Monate bedingt fest, widerrief aber die drei Monate. Womit der angehende Ehemann doch noch ins Gefängnis muss. Es sei beim Angeklagten vorbei mit den allerletzten Chancen, erklärte dazu der Gerichtsvorsitzende Roger Weber. Ansonsten wandle sich das Strafrecht zum Wunschkonzert, sagte er.

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