Einbürgerungsstopp für Muslime?
Aktualisiert

Einbürgerungsstopp für Muslime?

Dicke Post von der Stadtluzerner SVP: Wegen des Karikaturenstreits will sie vorläufig keine Muslime mehr einbürgern. Diese sind bestürzt.

Im Stadtparlament will die SVP entsprechende Vorstösse einreichen. «Der Einbürgerungsstopp soll gelten, bis der Karikaturenstreit beigelegt ist», sagt René Kuhn, Präsident der Stadtluzerner SVP. Bei den Muslimen herrscht ob dem Ansinnen keine Freude: «Das würde eine ganze Gemeinschaft diskriminieren», ist Yusuf Sabadia, Präsident der Vereinigung islamischer Organisationen des Kantons Luzern, entrüstet.

Kuhn entgegnet: «Diskriminierung hin oder her, hier geht es schliesslich um unsere Werte und Sicherheit.» Sabadia hätte sich gewünscht, dass die SVP mit ihren Ängsten und Problemen zuerst an die Muslime herangetreten wäre. «Wir sind offen für einen Dialog», so Sabadia.

Bei der kantonalen Mutterpartei wusste man gestern noch nichts von den geplanten Vorstössen. Präsident Otto Laubacher wollte deshalb auch keine Stellung dazu nehmen. Die CVP hält von der Forderung nichts. «Ich denke, dass das Ansinnen gegen das Diskriminierungsverbot verstösst», sagt Fraktionspräsident Markus Mächler.

Markus Fehlmann

Deine Meinung