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LeichtsinnEindringling will eins sein mit Tiger

Ein Mann springt in New York aus einer Schwebebahn in ein Tigergehege des Bronx Zoos. Die Polizei vermutet Selbstmord-Absicht. Doch im Verhör zeigt sich: Der 25-Jährige hatte ganz andere Motive.

von
oku

Der Wunsch, «eins mit dem Tiger zu sein», hat einen 25-Jährigen zum Sprung ins Tigergehege des New Yorker Bronx-Zoos getrieben. Er habe dabei keine Selbstmordgedanken gehegt, erklärte der schwerverletzte 25-jährige Zoobesucher der Polizei, die ihn am Samstag zu seinen Motiven befragte. Der Mann war am Freitag von einer Schwebebahn des Zoos über einen Zaun ins Gehege gesprungen und von einem Sibirischen Tiger angefallen worden.

Der Mann habe auch berichtet, wie er auf allen Vieren gelandet sei. Kurz danach habe ihn der Tiger angegriffen und am Fuss durchs Gehege gezerrt. Trotz schwerer Fleischwunden und mehrerer Brüche habe er erklärt, ihm sei ein Herzenswunsch in Erfüllung gegangen und er habe den Tiger streicheln können, wie ein Polizei-Sprecher gegenüber ABC News sagte. Die Polizei wollte den noch im Krankenhaus liegenden Tigerliebhaber wegen unbefugten Betretens festnehmen.

Vor seiner Tat postete der Mann auf seiner Facebook-Seite esoterisch anmutende Sprüche wie: «Sei Liebe und furchtlos». Am Donnerstag postete er ein Foto von einem Tiger, der sein Junges liebkost. Für die US-Boulevardpresse war der waghalsige Sprung ein gefundenes Fressen. Die Tageszeitung «New York Post» titelte «Zerfleischt». Die «Daily News» ging mit ihrer Schlagzeile «Zoo-Izid» ins Spekulative.

Zoo will Tiger nicht einschläfern

Unterdessen gab der Zoo bekannt, er werde seinen Tiger namens Bashuta nicht einschläfern. Das Tier habe nichts Falsches gemacht, sagte Zoodirektor Jim Breheny. Die Wärter des Zoos konnten Schlimmeres verhindern, indem sie den Tiger mit einem Feuerlöscher zurückdrängten. Das elf Jahre alte und 200 Kilogramm schwere Tier liess von seinem Opfer ab und der Mann wurde aufgefordert, sich unter einen elektrischen Zaun in Sicherheit zu rollen.

Nach dem Vorfall kündigte Zoodirektor Jim Breheny an, die Sicherheitsmassnahmen überprüfen zu lassen. Es habe sich aber um einen sehr ungewöhnlichen Vorfall gehandelt. «Jemand versuchte, sich absichtlich in Gefahr zu begeben», sagte Breheny. Die Raubkatze ist einer von zehn Tigern, die in dem Gehege «Wildes Asien» leben. Allerdings war zum Zeitpunkt des Vorfalls Bashuta der einzige Tiger, der zu sehen war.

Der Zoo in der Bronx ist mit 107 Hektar einer der grössten in den USA. In ihm werden Hunderte Tiere gehalten, viele davon in Gehegen, die ihrer natürlichen Umgebung nachempfunden sind. So gibt es einen «Tiger Berg», einen «Kongo Gorilla Regenwald» und eine «Welt der Reptilien». Über die Gehege mit Tigern, Hirschen und Elefanten fährt eine Schwebebahn, deren Waggons an den Seiten offen sind. Die Fahrgäste sind dabei nicht mit Gurten oder Haltebügeln gesichert.

(Video: YouTube/cboro564) (oku/dapd)

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