Säntis: «Eindrücklich und gleichzeitig unheimlich»
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Säntis«Eindrücklich und gleichzeitig unheimlich»

Mehrere News-Scouts schicken Bilder von Feuerbällen am Himmel rund um den Säntis. Sie stammen von Nachtschiessübungen. Die Armee erklärt, was es mit Beleuchtungsgeschossen auf sich hat.

von
Adriel Monostori
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In der Region am Säntis wurden kürzlich …

In der Region am Säntis wurden kürzlich …

News-Scout
… mehrere Nachtschiessübungen durchgeführt.

… mehrere Nachtschiessübungen durchgeführt.

Säntis Schwebebahnen AG / Webcam
Bei den Übungen wurden Beleuchtungsgeschosse verwendet.

Bei den Übungen wurden Beleuchtungsgeschosse verwendet.

Säntis Schwebebahnen AG / Webcam

Darum gehts

  • Mehrere News-Scouts schicken Bilder von Feuerbällen rund um den Säntis.

  • Sie stammen von Nachtschiessübungen der Armee.

  • Beleuchtungsgeschosse werden eingesetzt, um das Gefechtsfeld zu beleuchten.

  • Der entstandene Abfall wird bei Aufräumaktionen eingesammelt.

«Eindrücklich und gleichzeitig unheimlich», sagt ein News-Scout zu den Feuerbällen, die er kürzlich von Ebnat-Kappel SG aus am Säntis sehen konnte. Die Nachtschiessübungen der Armee vom vergangenen Donnerstag- und Montagabend sorgten für eindrückliche Bilder. Mehrere News-Scouts schickten Bilder. Auch von der Säntis-Webcam konnte man die Lichtflecke der Beleuchtungsgeschosse erkennen. Bei der Polizei seien einige Meldungen eingegangen.

Ein Instrument für mehr Sichtbarkeit

Tarnanzüge und geschickte Verstecke sowie weitere Massnahmen, um für den Feind unsichtbar zu sein, gehören beim Militär dazu. Je nach Situation brauche eine Einheit aber auch zusätzliche Sichtbarkeit. «Falls eine Befehlshaberin oder ein Befehlshaber in der Nacht wegen schwieriger Sichtverhältnisse Beleuchtung anfordert, schiesst zum Beispiel die Artillerie grosse Beleuchtungsgeschosse ab, die das Gefechtsfeld aufhellen. Somit können die Soldatinnen und Soldaten eines Kampf-Batallion sehen, wo der Gegner ist», erklärt Armeesprecher Stefan Hofer. Bei den Beleuchtungsgeschossen handele es sich um scharfe Geschosse.

Nebst der grossen Geschütze der Artillerie kommen auch kleinere Kaliber zum Einsatz, zum Beispiel durch Minenwerfer oder auch durch Leuchtpistolen, wie sie zum Teil auf Schiffen vorkommen. «Beim Abfeuern der Leuchtmunition entsteht auch Abfall. Manche Hülsen bleiben trotz dem Aufräumen der Soldatinnen und Soldaten nach einer Schiessübung im Gelände liegen», sagt Hofer. Beim Säntis gebe es deswegen regelmässig Abfallsammelaktionen, bei denen die liegengebliebene Munition eingesammelt wird. «Hundert Prozent kann man allerdings nie einsammeln», sagt er. Gerade bei Blindgängern könne dies zur Gefahr werden.

Was tun, wenn man einen Blindgänger findet?

Als Blindgänger bezeichnet man Munition, die nicht oder nicht vollständig explodiert ist: zum Beispiel, weil sie im Wasser, im Schnee oder in weichem Boden gelandet ist. Blindgänger und Munitionsreste findet man auf ehemaligen und aktiven Schiessplätzen, in Zielgebieten in den Bergen und auf Gletschern. Auch bei Räumungen auf Dachböden und in Kellern tauchen immer wieder gefährliche Relikte aus der Dienstzeit auf. Diese Art von «Erinnerung» ist verboten, denn Blindgänger sind sehr gefährlich und gehören nicht in die Hände von Fachunkundigen! Was früher gefährlich war, ist es vielleicht auch heute noch. Handle richtig und schütze dich und die anderen.

  1. Blindgänger nie berühren.

  2. Markieren.

  3. Per Telefon (117) oder per App (Blindgänger) melden.

https://www.vtg.admin.ch/de/aktuell/themen/blindgaenger.html

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