Lamborghini Murciélago: Eindrücklicher kann sich ein Auto nicht in Szene setzen
Der Lamborghini Murciélago wurde als Nachfolger des Diablos lanciert. 

Der Lamborghini Murciélago wurde als Nachfolger des Diablos lanciert.

Daniel Reinhard / www.zwischengas.com
Publiziert

Lamborghini MurciélagoEindrücklicher kann sich ein Auto nicht in Szene setzen

Vor 20 Jahren feierte der Lamborghini Murciélago seine Premiere als Nachfolger des Diablos. Für viele gilt er als letzter echter Erbe von Miura, Countach und Diablo.

von
Bruno von Rotz

Ein Lamborghini mit dem berühmten V12-Motor ist immer etwas Besonderes, der Murciélago trug als letzter Sportwagen aus Sant’Agata den bereits Mitte der Sechzigerjahre erstmals in ein Auto eingebauten Zwölfzylinder vor der Hinterachse. Ehrfurcht ist angesagt!

Dass man sich dem Lamborghini Murciélago mit Respekt nähert, liegt allerdings nicht nur an seinen legendären Vorfahren – Miura, Countach und Diablo –, sondern auch an seiner optischen Präsenz, die mit 2045 mm Breite und 4580 mm Länge bei 1135 mm Höhe schlichtweg atemberaubend ausfällt.

Bereits jetzt ein Youngtimer

Seine Form verdankt der Murciélago dem belgischen Designer Luc Donckerwolke, dem vorher bereits der Audi A2 zu verdanken war. Eigentlich war der Diablo-Nachfolger im Jahr 1998, als Audi das Zepter bei Lamborghini übernahm, bereits weitgehend fertiggestellt. Natürlich wollte sich der neue Besitzer in Ingolstadt mit den Vorarbeiten nicht zufrieden geben und verlangte nach einer kompletten (optischen) Überarbeitung.

Das Ergebnis aus Stahlrohrrahmen, Kunststoffteilen sowie Alu- und Stahlblech, welches dann natürlich auch nicht auf die bereits zur Tradition gewordenen nach oben öffnenden Türen verzichten musste, feierte im September 2001 an der IAA in Frankfurt eine vielbeachtete Premiere, was die ersten gebauten Murciélagos im Jahr 2021 bereits zu Youngtimern werden lässt.

Moderne Fahrwerktechnik und Allradantrieb machen den Lamborghini Murciélago unter normalen Umständen sehr fahrsicher.

Moderne Fahrwerktechnik und Allradantrieb machen den Lamborghini Murciélago unter normalen Umständen sehr fahrsicher.

Daniel Reinhard / www.zwischengas.com
Breite Landstrassen und die Autobahn sind das bevorzugte Revier des Murciélago (benannt nach einem Stier).

Breite Landstrassen und die Autobahn sind das bevorzugte Revier des Murciélago (benannt nach einem Stier).

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Scherentüren wie auch bei den Vorgängern Diablo und Countach prägen das Design des Lambos.

Scherentüren wie auch bei den Vorgängern Diablo und Countach prägen das Design des Lambos.

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Ziemlich analog

Der Einstieg in das Batmobil (Murciélago steht im Spanischen für «Fledermaus» und auch der Film-Batman bemühte den Lamborghini in zwei Filmen als Einsatzfahrzeug) fällt leichter als erwartet, sitzt man doch weiter aussen als beispielsweise beim Miura oder beim Countach und die Türöffnung erlaubt einem normal sportlichen Menschen den halbwegs eleganten Ein- und Ausstieg.

Auch hinter dem Lenkrad fühlt man sich wohl, der Blick gleitet auf einen Cluster mit sechs hübsch gezeichneten Analoginstrumenten, während sich die Digitalanzeige oben vornehm zurückhält. Gestartet wird per Schlüsseldreh und sofort brüllt der Stier im Lambo los. Viel eindrücklicher kann sich ein Auto nicht in Szene setzen. Geschaltet wird bei den Murciélago-Coupés der ersten drei Produktionsjahre grundsätzlich von Hand, das E-Gear-System wurde erst nachträglich eingeführt.

Schwierig zu fahren ist der Lamborghini nicht, trotzdem sollte man ihn vielleicht nicht gerade einem Fahrschüler anvertrauen. Aber die Kupplung trennt zuverlässig und absehbar. Und die Servolenkung verhindert ein Übersäuern des Bizeps. Generell sind die Bedienungskräfte auch ohne Muskelaufbau-Training human und selbst die Ergonomie führt kaum zu Fragezeichen im Kopf, wenn man einmal von der Fernbedienung-/Wegfahrsperre absieht. Der Allradantrieb, der normalerweise 70 Prozent zur Hinterachse führt, erhöht die Fahrsicherheit natürlich beträchtlich.

Blick nach vorne

Als Murciélago-Fahrer orientiert man sich primär nach vorne und da ist die Aussicht sehr gut. Auch zur Seite kann man problemlos blicken und die beiden Rückspiegel vermitteln auch ein Bild vom rückwärtigen Verkehr. Der Innenspiegel oder ein Blick nach hinten geben da deutlich weniger her und im engen Grossstadtverkehr fühlt sich der Wagen vermutlich – trotz wirksamer Klimaanlage – wohler als der Pilot oder die Pilotin. Dort wirken die erreichbaren 330 km/h allerdings noch viel unwirklicher. Auch enge Landstrassen sind nicht sein Ding, die Autostrada dafür umso mehr. Rund 4000 Exemplare in verschiedenen Ausbaustufen wurden gebaut, die Ablösung erfolgte 2011 mit dem Aventador.

Weitere Informationen, viele (auch historische) Bilder und ein Tonmuster gibt es auf www.zwischengas.com.

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Deine Meinung

23 Kommentare
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Das Parteiorgan

15.03.2021, 00:02

lasst ihr jetzt echt nur noch eure E -klimapropaganda durch in diesem Forum,das dadurch schon kurz vor dem abnippeln ist? Machts doch gleich zu.

Chef

14.03.2021, 22:45

Schönes Auto.😀💪

Kpl Maroni

14.03.2021, 20:40

Verbrenner haben ausgedient. Ab damit ins Museum!