My Lovestory: «Eine Abtreibung war keine Option»
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My Lovestory«Eine Abtreibung war keine Option»

Yannick (21) und Michele (19) sind seit drei Jahren zusammen. Nach nur sieben Monaten Beziehung erfuhren sie, dass sie ein Baby erwarten – eine Zerreissprobe, die die beiden nur zusammengeschweisst hat.

von
Deborah Gonzalez
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Seit drei Jahren sind Michele (19) und Yannick (21) ein Paar. Kennengelernt haben sie sich im Tessin.

Seit drei Jahren sind Michele (19) und Yannick (21) ein Paar. Kennengelernt haben sie sich im Tessin.

Privat
Für Yannick war es Liebe auf den ersten Blick. Kaum hatte er Michele angesprochen, waren die beiden unzertrennlich.

Für Yannick war es Liebe auf den ersten Blick. Kaum hatte er Michele angesprochen, waren die beiden unzertrennlich.

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Auch nach dem Urlaub ging es in der Heimat weiter…

Auch nach dem Urlaub ging es in der Heimat weiter…

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Darum gehts

«Bei uns ging es Schlag auf Schlag. Kennengelernt haben wir uns vor knapp drei Jahren im Tessin. Wir waren im selben Hotel. Sie ist mir sofort aufgefallen. Ich habe sie jeden Tag gesehen und wollte sie unbedingt ansprechen. Nur habe ich mich nicht getraut. Bis sie eines Abends alleine da sass. Ich fragte sie, ob sie sich zu mir setzen wolle. Ich glaube, es war Liebe auf den ersten Blick, wir waren sofort unzertrennlich. Wir haben jede Stunde zusammen verbracht und viel geredet. Uns war sofort klar, dass es etwas ganz Besonderes zwischen uns ist. Ich wusste, dass es früh war, aber für mich war es Liebe. 

Auch nach dem Urlaub haben wir uns jeden Tag gesehen, sie ist quasi bei mir eingezogen. Es war eine tolle Zeit, wir waren unzertrennlich. Dann kam die wohl grösste Überraschung unseres Lebens. An Micheles 18. Geburtstag erfuhren wir, dass sie bereits im zweiten Monat schwanger war. Diese Nachricht hat uns echt umgehauen. Schliesslich wollte ich nicht so früh Vater werden und hatte grosse Angst davor. Trotzdem habe ich mich sehr gefreut. Wir hatten schon über Kinder gesprochen und waren uns einig, dass wir irgendwann Eltern werden wollten. Darum war es nach dem ersten Schock auch okay.

«Wir behalten das Kind, komme, was wolle»

Natürlich ging alles sehr schnell. Aber so war unsere Beziehung von Anfang an und es hat immer alles funktioniert. Das einzige Problem war das Geld. Michele hatte keinen Job und ich war noch in der Ausbildung. Wir konnten uns nicht mal eine Wohnung leisten. Ihr Vater wollte nicht, dass wir bei ihm wohnen, und bei meinen Eltern war es auch eher schwierig. Irgendwann hatten wir Glück und haben auch das geschafft. Dann hiess es nur noch, die Schwangerschaft geniessen. Der Bauch wurde immer dicker und das Baby fing an zu treten – da wurde mir erst klar, was das bedeutet. Ich hatte nicht die leiseste Ahnung, was da auf mich zukommt.

Ich habe aber gemerkt, dass es für Michele ein tolles Gefühl war, und das hat mir dabei geholfen, meine Sorgen zu vergessen. Dass sie so früh schwanger geworden ist, hat uns stärker gemacht und uns noch mehr zusammengeschweisst. Kommentare von Bekannten, die uns immer wieder einreden wollten, dass es zu früh sei, waren uns egal. Schliesslich können wir unser Leben auch mit Kind geniessen! Deshalb war eine Abtreibung auch niemals Thema. Uns war von Anfang an klar, dass wir Stella bekommen würden – komme, was wolle! 

Das grösste Weihnachtsgeschenk

An Weihnachten 2020 ist die Kleine dann auf die Welt gekommen – unser grösstes Weihnachtsgeschenk. Es war unbeschreiblich, wie in einem Film, einfach überwältigend. Die erste Zeit war eine grosse Herausforderung und wir waren beide immer wieder überfordert. Aber wir sind ein tolles Team und haben immer gut zusammengehalten. 

Rückblickend würde ich alles genauso wieder machen. Vielleicht hätte ich ein Jahr gewartet, bis ich fertig bin mit der Ausbildung. Aber ansonsten würde ich nichts ändern wollen. Ich bin unglaublich stolz auf uns. Mir ist klar, dass Michele die Frau meines Lebens ist und deswegen wird auch bald der Heiratsantrag kommen. Verliebt, verlobt, verheiratet und wer weiss, vielleicht folgt ja bald ein zweites Kind?»

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