17.10.2020 15:14

GROW UPEine Auszeit kann sich auch für die Karriere lohnen

Einmal dem Berufsalltag entfliehen und dann im Job neu durchstarten, ist für viele ein unerfüllter Traum. Wir zeigen, wie du die Sache am besten angehst.

Sinn und Zweck einer Auszeit besteht darin, aus dem einförmigen Alltagstrott herauszubrechen und sich entsprechend zu erholen; eine Pause von dem, was dich alltäglich belastet und grübeln lässt.

Eine Möglichkeit ist das sogenannte Sabbatical, welches einem die Freistellung über einen längeren Zeitraum (meistens ein Jahr) gewährt. Generell kann jeder ein Sabbatical machen, der schon eine gewisse Zeit lang in einem Betrieb tätig ist.

Allerdings muss dieser Betrieb über eine gewisse Grösse verfügen, da hier die Flexibilität hinsichtlich Stellvertretungen eher gewährleistet ist als bei kleineren Firmen. Es besteht folglich auch kein gesetzlicher Anspruch auf ein Sabbatical.

Besprich die Idee am besten mit deinen Vorgesetzten, in vielen Fällen lässt sich eine Kompromisslösung finden. Das Wichtigste ist, dein Anliegen überhaupt vorzubringen. Dass du die Zähne zusammenbeisst, nur um dann irgendwann ein Burn-out zu erleiden, daran hat schliesslich keine Partei Interesse.

• In manchen Betrieben existieren tatsächlich Teilzeitmodelle, bei welchen du dir beispielsweise über die Frist von zwei bis drei Jahren weniger Stunden ausbezahlen lässt, als du arbeitest. So kannst du dir dann schliesslich eine Auszeit nehmen und bekommst während dieser Zeit weiterhin ein Gehalt.

• Steht dein Arbeitgeber einem Sabbatical eher kritisch gegenüber, hast du auch die Möglichkeit, unbezahlten Urlaub zu nehmen. Hier solltest du die Sache allerdings finanziell kurz durchrechnen, damit keine plötzlichen Engpässe entstehen.

Da sich in der Schweiz das strukturierte Auszeitmodell noch nicht so etabliert hat, ist man in vielen Fällen auf den Goodwill der Vorgesetzten angewiesen. Wichtig hierbei ist vor allem, dass du deine Auszeit möglichst vordefinierst, damit dein Chef weiss, wann er wieder mit dir rechnen kann. Auch ein paar Wochen Arbeitsabstinenz können die ersehnte Erholung herbeiführen.

Ein Ziel verfolgen

Achte darauf, dass du nicht ohne konkrete Pläne in eine Auszeit startest. Auch wenn sich das zunächst gut anfühlt, kann dies schon bald in der nächsten Krise enden. Daher ist es wichtig, dein Sabbatical mit Programm auszufüllen und auch deinem Chef gegenüber zu kommunizieren, dass du während deiner Abwesenheit ein bestimmtes Ziel verfolgst.

Dein Sabbatical kannst du so auch für eine Weiterbildung im Interesse der Firma nutzen. Der Vorteil: Ein Horizontwechsel – und du kannst durch die neue Qualifizierung mit der Chefetage allenfalls auch über ein höheres Gehalt verhandeln.

Sollte ein Sabbatical in absehbarer Zeit nicht möglich sein, dann kannst du tagtägliche Auszeiten auch in kleinen Dingen erleben wie im Genuss einer Tasse Kaffee oder mit einem kurzen Spaziergang an der frischen Luft. Nimm dir solche Momente heraus und geniesse sie bewusst, um das nötige Gleichgewicht in deinen Alltag zu bringen.

Schon Mitte 20, aber noch immer nicht wirklich im Erwachsenenleben angekommen? No need to panic! «Grow Up» beantwortet dir alles, was du spätestens mit 30 wissen musst. Seien es Fragen zur Karriere, zum Umgang mit Geld oder den Behörden: Hotel Mama war gestern. Sende deine Frage an grow.up@20minuten.ch

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34 Kommentare
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Lis

18.10.2020, 18:15

Man kann in der jetzigen Zeit auch alles schönreden

Flipp

18.10.2020, 06:38

Das hatte im Frühling (und vielleicht jetzt wieder) Corona schon gemacht, eine Auszeit zu nehmen...

Nokar Riere

18.10.2020, 05:48

Karrieren wird es keine mehr geben. Die müssten man ja selber gestalten können und darauf zu arbeiten. Vergesst es.