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Eine Babyklappe in Lörrach

In zwei Wochen wird in Lörrach eine Babyklappe eröffnet. Die Ärzte rechnen auch mit Schweizer Babys.

von
Jonas Hoskyn

Am 21. Mai wird die Baby­klappe im St.-Elisabethen-Krankenhaus in Lörrach eröffnet. «Die Babyklappe ist als letzte Möglichkeit für verzweifelte Mütter gedacht», sagt Andreas Heuser vom Spital. «Eigentlich hoffen wir, dass die Babyklappe gar nicht genutzt wird, sondern dass die Frauen schon früher Hilfe suchen», so Heuser.

Die Initianten vom Hilfsverein SterniPark haben deshalb eine 24-Stunden-Hotline, und das St.-Elisabethen-Krankenhaus bietet für Schwangere in Not ergänzend zur Baby­klappe auch die anonyme Geburt an.

«Es ist durchaus denkbar, dass auch Schweizer Frauen bei uns Hilfe suchen», sagt Heuser. Ein abgegebenes Baby würde dann ebenfalls in Deutschland zur Adoption freigegeben. Für Dominik Müggler, Mitinitiant der einzigen Schweizer Babyklappe in Einsiedeln, wäre das keine optimale Situa­tion. «Wenn die Frau das Kind in der Schweiz abgibt, hat sie die Vorteile des schweizerischen Rechts», sagt er. «Das kann zum Beispiel eine spätere Kontaktaufnahme erleichtern.» Auch habe man in der Schweiz länger die Möglichkeit, das Baby zurückzuholen, bis der Adoptionsprozess abgeschlossen ist.

Das ist eine Babyklappe

Eine Babyklappe ermöglicht es Müttern in Not, ihr Kind anonym zur Adoption freizu­geben. Die erste Babyklappe entstand vor acht Jahren in Hamburg, mittlerweile gibt es in Deutschland rund 90 davon. Das Neugeborene wird in die Klappe auf ein kleines Bettchen gelegt. Dort hält ein Wärmestrahler das Baby warm, bis die Ärzte kommen. Die Mutter hat acht Wochen Zeit, sich zu melden, anschliessend wird das Kind zur Adoption freigegeben.

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