Onlinehandel: Eine Betrügerin kleidet sich bei Zalando gratis ein

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OnlinehandelEine Betrügerin kleidet sich bei Zalando gratis ein

Ein leer stehender Briefkasten und ein falscher Name: So bestellt sich eine Frau aus Zürich ihre Kleider bei Zalando, ohne sie zu bezahlen.

von
dv
Zalando-Pakete werden im Postzentrum in Frauenfeld für den Versand vorbereitet.

Zalando-Pakete werden im Postzentrum in Frauenfeld für den Versand vorbereitet.

Eine Frau aus Zürich will sich beim Onlinehändler Zalando eindecken – doch bezahlen will sie nicht. Sie hat deshalb eine Methode entwickelt, um das System zu betrügen: Sie sucht sich in Zürich Briefkästen, die leer stehen. Findet sie einen, stellt sie sicher, dass die Wohnung nicht bewohnt ist. Ist das der Fall, setzt sie im Briefkasten ein Namensschild mit einem erfundenen Namen wie beispielsweise Sophie Meier ein. Danach geht sie nach Hause und erstellt bei Zalando ein neues Profil unter dem Namen Sophie Meier. Und bestellt Kleider und Schuhe auf Rechnung. Nach zwei bis vier Tagen werden die Teile geliefert – an die Strasse, wo die leere Wohnung steht.

Von diesem Fall berichtet heute der «Tages-Anzeiger». Die Pöstler hinterlassen jeweils einen Abholschein, wenn niemand an die Tür geht, um das Paket entgegenzunehmen. Diesen zieht die Frau aus Zürich dann aus dem Briefkasten und holt sich damit ihre Zalando-Bestellung auf der Post ab – einen Ausweis braucht sie dafür nicht, da das Paket nicht eingeschrieben verschickt wird.

Unterschiedliche Betrugsfälle

Diese Art von Betrug sei ein Einzelfall, sagt Zalando-Sprecher Matthias Ernst gegenüber dem «Tages-Anzeiger». Er räumt jedoch ein, dass sich der Onlinehändler mit unterschiedlichen Betrugsfällen auseinandersetzen müsse. Wie viel Schaden diese anrichten, will er nicht preisgeben. Auch Umsatzzahlen kommuniziert das Unternehmen nicht.

Um sich vor solchen Betrugsfällen zu schützen, ergreift Zalando unterschiedliche Massnahmen: So führt der Onlinehändler Bonitätsprüfungen durch und arbeitet mit Ermittlungsbehörden zusammen, um Cyberkriminellen auf die Spur zu kommen. Doch die Pakete verschickt Zalando nicht eingeschrieben. Und die Frau, die sich leer stehende Briefkästen zu Nutzen macht, ist dem Unternehmen bisher nicht bekannt.

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