Brasilien: Eine Billion Franken gegen die Favelas
Aktualisiert

BrasilienEine Billion Franken gegen die Favelas

Die brasilianische Regierung will in den kommenden Jahren umgerechnet knapp eine Billion Franken in die Infrastruktur des Landes investieren. Triebfeder sind die Olympischen Spiele und die Fussball-WM.

Blick auf die Morumbi-Favela in Sao Paulo.

Blick auf die Morumbi-Favela in Sao Paulo.

Der Plan sieht vor, Strassen und zwei Millionen Wohnungen zu errichten und das Elektrizitätsnetz und die Wasserversorgung auszubauen. Zudem will die Regierung die Häfen des südamerikanischen Landes sowie das Eisenbahnnetz erneuern und den Lebensstandard in den zahlreichen Armenvierteln Brasiliens, den Favelas, heben.

Mit der Ankündigung auf die giganischen Investitionen leitet Brasiliens Staatschef Luiz Inacio Lula da Silva den zweiten Teil des von ihm Anfang 2007 gestarteten Programms zur Wachstumsbeschleunigung ein.

Mehr als die Hälfte bis 2014

Mehr als die Hälfte des Geldes will die Regierung in den Jahren bis 2014 ausgeben, in denen das Land erst die Fussballweltmeisterschaft 2014 und dann die Olympischen Sommerspiele 2016 vorbereitet. Der Rest des Geldes soll in den Folgejahren investiert werden.

Kritiker werfen Lula vor, er wolle mit den angekündigten Ausgaben der aktuellen Regierungschefin Dilma Rousseff bei der Präsidentschaftswahl im Oktober zu seiner Nachfolge verhelfen. Denn von den umgerechnet rund 250 Milliarden Franken, die im ersten Teil des Wachstumprogramms bis 2010 ausgegeben werden sollten, hat die Regierung nach eigenen Angaben erst 40 Prozent investiert.

Trotz grosser Beliebtheit in der brasilianischen Bevölkerung darf Lula nach zwei aufeinander folgenden Amtszeiten nicht mehr zur Präsidentschaftswahl im Herbst antreten.

(sda)

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