Aktualisiert 22.01.2009 12:42

Jubiläum

Eine Briefmarke für Pro Natura

Ein Braunbär bebildert die Marke, die der Pro Natura zu Ihrem 100-jährigen Jubiläum gewidmet wird. Dieser wurde von der Naturschutzorganisation zum «Tier das Jahres 2009» gewählt – und das nicht von Ungefähr.

Der Braunbär sei ausgerottet worden, kurz bevor Pro Natura gegründet wurde, führte Pro Natura-Zentralsekretär Otto Sieber aus. Kurz vor dem 100-Jahre-Jubiläum habe er sich nun wieder in der Schweiz blicken lassen. Der Braunbär war auch auf dem ersten Wappen der Naturschutzorganisation abgebildet.

So sei der Bär schon damals ein Symbol für die Wildheit und Schönheit der Natur gewesen, sagte Sieber weiter. Ein Symbol für die Herausforderungen im Naturschutz und somit auch für Pro Natura. Mit ihren über 100 000 Mitgliedern, rund 30 000 Gönnerinnen und Gönnern und 120 Angestellten sei sie bärenstark.

Mit der Jubiläums-Briefmarke würdige die Post diesen nunmehr 100-jährigen unermüdlichen Einsatz für die Natur, sagte Elsa Baxter, Leiterin Briefmarken und Philatelie bei der Post. Die Pro Natura könne aus guten Gründen als «Stimme der Natur» bezeichnet werden.

Meilensteine

Begonnen habe die Geschichte von Pro Natura mit einem Wunsch, erinnerte sich Pro-Natura-Präsidentin Silva Semadeni: mit dem Wunsch der Naturschützer, in der Schweiz einen Nationalpark zu errichten. 1909 wurde mit der Gründung des «Ein-Franken-Vereins» der erste Grundstein gesetzt. Jedes Mitglied spendete einen Franken, womit der Pachtzins für das Naturreservat bezahlt wurde. 1914 ging der Wunsch mit der Errichtung des «Schweizerischen Nationalparks im Unterengadin» in Erfüllung.

In den Augen von Semadeni war dies der ersten Meilenstein, welcher der Schweizerische Bund für Naturschutz (SBN) – wie Pro Natura bis 1997 hiess – erreichte. Den zweiten sieht Samadeni in der Annahme des Verfasssungsartikels zum Natur- und Heimatschutz im Jahre 1962. Heute, rund 100 Jahre nach der Errichtung des Nationalparkes, betreue Pro Natura über 600 eigene und gepachtete Naturschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von über 1000 Quadratkilometern.

«Die Bilanz lässt sich sehen», sagte Semadeni sichtlich zufrieden. Doch es gebe weiterhin viel zu tun für Pro Natura. Die Organisation habe auch nach 100 Jahren nicht ausgedient.

«Jubiläum gebührend feiern»

Das sieht auch Zentralsekretär Sieber so: «Wir träumen davon, dass immer mehr Menschen sich für Natur und Landschaft engagieren und die Biodiversität wieder zunimmt.» Pro Natura setze sich wie ihre Gründer weiter für naturnahe Lebensräume, natürliche Artenvielfalt und Landschaftsschutz ein.

Doch erstmal werde das Jubiläum gebührend gefeiert. Während des ganzen Jubiläumsjahres sind schweizweit verschiedenste Aktivitäten und Festivitäten geplant. Im April erscheine zudem ihr Jubiläumsbuch «Die Stimme der Natur».

Und wer weiss, vielleicht werde ja 2009 der geplante zweite Schweizer Nationalpark im Tessin spruchreif, wagte Sieber zu hoffen. Und vielleicht komme dann sogar der Bär wieder zurück in die Schweiz.

(sda)

Fehler gefunden?Jetzt melden.